Stephen Malkmus - Groove Denied - Cover
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Stephen Malkmus Groove Denied


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Komm’, lass uns ein Album in unserer Garage, dem Tor ins Musik-Nirwana, aufnehmen.

Mit Siebziger-Feeling, Krishna, progressiven David-Bowie-Anleihen und einer Prise Ziellosigkeit hat sich Stephen Malkmus an ein gewagtes Experiment getraut. „Groove Denied“ ist eine Art Anti-These der Love-Peace-Ära und beruft sich gleichzeitig immer wieder auf diesen Sound. Mit ein wenig Fantasie gleicht das Album einem Fenster in die vergangene Epoche, das den Blick durch das milichige Glas der Zeit verschwommen und verzerrt wiedergibt.

Wenn das psychedelische „Belziger Faceplant“ aus den Boxen stottert, fühlen Hörer sich an einen von Soundwaden verschleierten David Bowie, der ohne Furcht vor Genregrenzen zwischen Esoterik, Pop, Rock und Elektro wandelt. Stephen Malkmus’ Opener auf „Groove Denied“ erreicht bei weitem nicht die Sogkraft dieses Vorbilds. Mangelnder Enthusiasmus lässt sich in der Folge nicht ausmachen, wenn Malkmus sich von Lied zu Lied mehr an den Bowie’esken Klang anschmiegt.

Am besten funktioniert dieser Ansatz, wenn Malkmus nicht auf Teufel komm raus verschwurbelt zu klingen versucht, sondern auf der Suche nach Melodien ist. Während das „Belziger Faceplant“ nach einem Aufsatz über das Thema abstrakten Songwritings klingt, ist einem „Come Get Me“ anzuhören, dass der Titel aus Freude am Arrangement geschrieben wurde. Oftmals klingt das Album wie im anschließenden „Forget Your Place“ zu verkopft. Klar, die schwebende und desorientierende Leere des Liedes kann tatsächlich dazu verleiten, dass Hörer sich verlieren. Aber eingekesselt von zwei Pop-orientierten Songs erscheinen diese Ausflüge inkonsequent.

Den psychedelischen Kampf gegen vermeintliche Anspruchswindmühlen schwächt Malkmus während der zweiten Hälfte des Albums glücklicherweise ab und konzentriert sich auf gefällige Lieder wie „Love The Door“ und „Bossviscerate“. Geradezu versöhnlich kuschelt sich der Musiker in „Ocean Of Revenge“ und „Grown Nothing“ in die Hörerohren. Zwar bleiben schräge Töne und ein verwaschener Garage-Sound der Form halber erhalten, doch die zweite Albumhälfte klingt versöhnlich. Den Platz als entspannten Liedermacher hätte Malkmus ruhig durchgehend einnehmen dürfen.

Anspieltipps:

  • Ocean Of Revenge
  • Love The Door
  • Come Get Me

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