Nicotine Nerves - 1995 - Cover
Große Ansicht

Nicotine Nerves 1995


  • Label: Middle Ear Recordings
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das dänische Duo beginnt stark, lässt aber genauso stark nach.

Waren vor einem Jahrzehnt Duos in der Rockmusik noch der letzte Schrei, man denke an die Erfolge von beispielsweise den White Stripes oder den Black Keys, hat sich dieser Trend mit Ausnahme von Royal Blood in den letzten Jahren nicht wirklich bestätigt. Nun kommen aber zwei junge Dänen um die Ecke und rocken mit Gitarre, Schlagzeug und Gesang laut und kompromisslos vor sich hin. Nach einer selbstbetitelten EP aus dem Jahr 2017, folgt nun mit „1995“ der erste Longplayer von Nicotine Nerves.

Und dieser Name ist Programm, denn zum einen ist 1995 das Geburtsjahr der beiden Jungspunde, zum anderen klingt die Musik als stamme sie aus diesem Jahr. Ein Gebräu aus Punk, Grunge und Garage haben Songwriter und Gitarrist Rasmus Rankenberg Madsen und Neu-Schlagzeuger Lauge Kjaerulf gemischt und dabei nicht mit fuzzig-verzerrten Gitarren und dröhnendem Schlagzeugspiel gegeizt. Trotzdem klingt das Album zu Beginn klar nach den Sechzigern. Der Opener „Headache“ tönt anfangs als käme er direkt aus den Sechzigern und sei schon damals mit dem letzten Equipment aufgenommen worden. Dann aber die Erlösung und der Song wird zum gnadenlosen Garage-Punker mit allerhand jugendlicher Rotzigkeit. Das anschließende „Alive“ ist etwas langsamer, aber nicht weniger laut. Die ordentlich verzerrten Gitarren und der leicht genervte Gesang wissen durchaus zu begeistern.

Anschließend klingen Nicotine Nerves mal wie eine gepimpte Version der Charlatans („Absurd“), mal wie eine irre Inkarnation von Weezer („Is That So Bad?“). Anschließend geht den beiden aber ziemlich schnell die Luft aus. In „Smile“ wird deutlich, dass es das irgendwie alles schon mal gab, beispielsweise auch das Stooges-Ein-Finger-Gedächtnisklavier in „Never Stop“. „Ocean“ wiederum ist auch ziemlich schwach und wäre schon bei Nirvana einer der überflüssigen Songs gewesen. So richtig will dann auch sonst nichts mehr überzeugen und man bleibt doch etwas enttäuscht zurück. Die ersten vier Songs hätten eine ziemlich starke EP abgegeben, anschließend wird man jedoch fallen gelassen wie ein nasser Waschlappen. Schade.

Anspieltipps:

  • Alive
  • Absurd

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
Diskutiere über „Nicotine Nerves“
comments powered by Disqus