Saltatio Mortis - Brot Und Spiele: Klassik Und Krawall - Cover
Große Ansicht

Saltatio Mortis Brot Und Spiele: Klassik Und Krawall


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 120 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch das „Brot und Spiele“-Album erhält wieder einen Live-Ableger an die Seite gestellt.

Dass auch Spielleute gewiefte Geschäftsleute sein können, zeigt sich am Beispiel von Saltatio Mortis. Die achtköpfige Truppe aus Karlsruhe avancierte spätestens seit ihrem Wechsel zum Branchenriesen Universal zur kommerziellen Speerspitze des Mittelalter-Rock-Genres. Dazu waren allerdings ein paar geschäftliche Kniffe vonnöten. So wurde zum Beispiel das „Zirkus Zeitgeist“-Album (08/2015) gleich mit zwei Live-Veröffentlichungen an den Ladenkassen bis zum Anschlag ausgeschlachtet. Da das Konzept wunderbar aufging, droht nun dem noch immer aktuellen „Brot und Spiele“-Longplayer (08/2018) das gleiche Schickschal, indem dieser jetzt ebenfalls einen Live-Ableger an die Seite gestellt bekommt.

Der gewünschte Effekt ist simpel erklärt: Durch die großflächige Überschneidung der Tracks auf Studio- und Live-Album, dürfen die Verkaufszahlen beider Tonträger zusammengezählt werden. Das erleichtert den Weg zur Goldenen Schallplatte, die der Vorgänger „Zirkus Zeitgeist“ inzwischen verbuchen konnte. „Brot und Spiele“, das übrigens zum dritten Mal in Folge im Saltatio-Mortis-Kosmos aus dem Stand den ersten Platz der deutschen Longplay-Charts erreichte, ist davon gewiss nicht weit entfernt. Und nun erscheint mit „Brot und Spiele: Klassik und Krawall“ ja der erprobte Absatz-Turbo. Dieser unterteilt sich in eine Plugged- („Krawall“) und eine Akustik-Live-Show („Klassik“), die quasi den experimentellen Feldversuch dess „Zirkus Zeitgeist: Ohne Strom und Stecker“-Albums aufnimmt und fortsetzt.

Bild

30 Stücke lassen Alea, Falk, Elsi, Frank, Jean, Luzi, Till und Lasterbalk auf diese Weise auf den Hörer los, wobei der Hardcore-Fan auch einen Nachschlag ordern kann, wenn er zur limitierten Deluxe-Edition mit vier CDs im Hardcover-Fotobuch (40 Seiten) mit insgesamt 42 Tracks greift. Dabei erlaubten sich Saltatio Mortis den Luxus, gemeinsam mit einem klassischen Orchester zu arbeiten, das den neu arrangierten Originalsongs einen symphonischen Breitwand-Anstrich verpasste. Dazu Drummer Lasterbalk: „Schon als wir uns an die Arbeiten zur Studioversion von `Brot und Spiele` machten, haben wir unser Songwriting auf den Prüfstand gestellt, alte Gewohnheiten über Bord geworfen und neue Wege ausprobiert, um unseren Sound neu zu definieren. In genau diesem Forschergeist entstand auch die `Klassik & Krawall`-Edition“.

Wer sich also nicht daran stört, dass Saltatio Mortis ihre Songs erneut zum zweiten Mal aufkochen, erhält mit „Brot und Spiele: Klassik und Krawall“ eine umfassende De- und Neukonstruktion eines kompletten Longplayers, die den Songs das Spielmannsgedudel weitgehend austreibt und ihnen eine ganz neue Dimension verleiht. Ein durchaus geglücktes Unterfangen. Eher herkömmlich fällt dagegen die Krawall-Abteilung aus, die einen Best-Of-Zusammenschnitt eines Konzerts in der Oberhausener Turbinenhalle vom 3. November 2018 darbietet, der irgendwie überflüssig wirkt, aber vielleicht dazu beiträgt, dass „Brot und Spiele“ nicht wie schon „Zirkus Zeitgeist“ einen zweiten Live-Longplayer angedreht bekommt.

Anspieltipps:

  • Europa
  • Spur des Lebens
  • Brot und Spiele
  • Ich werde Wind
  • Besorgter Bürger
Neue Kritiken im Genre „Mittelalter Rock“
7/10

Zirkus Zeitgeist: Live Aus Der Großen Freiheit
  • 2016    
Diskutiere über „Saltatio Mortis“
comments powered by Disqus