Bear´s Den - So That You Might Hear Me - Cover
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Bear´s Den So That You Might Hear Me


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer sich nach „Red Earth & Pouring Rain“ doch nochmals in die Höhle des Bären traut, wird angenehm überrascht.

Auf „Red Earth & Pouring Rain“ haben sich Bear’s Den vom Folk verabschiedet und sich dem Synthesizer ergeben. Im Meer aus künstlichen Klängen ist der Band vor knapp drei Jahren jede Menge Tiefe abhandengekommen. Die im Grunde oft hübschen Melodien klangen zwar nett, aber nicht nach. „So That You Might Hear Me“ ist keine Abkehr vom Pop und auch keine Rückkehr zum Folk, doch der Sound auf der neuen Scheibe wirkt geerdeter und macht die Musik der Briten wieder greifbarer.

Was gleich zu Beginn auffällt, ist die durchgängige Nähe zum Schmuserock der Nachbarn von Snow Patrol. Die schleichenden Gitarrenklänge und sanften Rockwände sind dem Original zum Täuschen ähnlich. Wer bei „Fossils“ führender Gitarre nicht an die „Chasing Cars“-Fabrikanten denkt, der ist, je nach Betrachtungsweise, zu beneiden. Denn diese frappierende Ähnlichkeit nimmt „So That You Might Hear Me“ viel Kraft. Diese Musik haben Hörer zur Genüge gehört, sodass wirklich nur Volltreffer hinter dem Ofen hervorlocken. Dass mit „Evangeline“ tatsächlich ein potenzieller Hit auf dem Album ist, ist eine angenehme Überraschung. Der Rest des Albums ist dagegen gefällig emotionales Mittelmaß.

Ein „Evangeline“ macht noch keinen Spontankauf, dafür aber Synthie-Plattitüden wie in „Fuel On Fire“ wett. Für alle Momente, die an Bear’s Den zweifeln lassen, lassen sich in „Evangeline“ genug Gründe finden, um an die Band als Ganzes weiter zu glauben. Mit starken Melodiebögen und einer klugen Kombination aus synthetischen Sounds und warmherzig gespielten Instrumenten zeigen Bear’s Den, dass dort tatsächlich eine Nische für sie sein könnte. Beim unausgesprochenen Anspruch auf Stadionmusik mit Riesenlabel auf den Schultern ist das eine schöne Überraschung.

Auch wenn „So That You Might Hear Me“ ansonsten kaum ein Niveau erreicht, das Köpfe verdreht, ist das Album ein Sprung zurück nach vorne. „Crow“, „Breaker Keeper“ und „Hiding Bottles“ sind Beweise dafür, dass Bear’s Den nicht allein durch Zufall bei einem Major-Label gelandet sind. Wenn ihnen jetzt noch ein Album im Geiste eines „Evangeline“ gelingt, würden auch Kritiker den Hut ziehen müssen. Bis dahin ist es für Fans erfreulich, dass sie sich für ihre britischen Lieblinge nicht schämen brauchen.

Anspieltipps:

  • Evangeline
  • Crow
  • Breaker Keeper

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