Robin Trower - Coming Closer To The Day - Cover
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Robin Trower Coming Closer To The Day


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Robin Trower zeigt, dass er im Alter nichts verlernt hat. „Coming Closer To The Day“ ist ein abwechslungsreiches und doch puristisches Bluesrock-Album geworden.

Über 50 Jahre dauert die Karriere von Robin Trower mittlerweile schon an und der mittlerweile 74-Jährige wird nicht müde mit seiner Fender Stratocaster dem Blues zu frönen. 1967 als Jungspund bei Procol Harum eingestiegen, ist der Brite seit 1973 auf Solopfaden unterwegs. Für sein neues Album „Coming Closer To The Day“, das augenzwinkernd auf seine kürzer werdende Zukunft anspielt, zog es den singenden Gitarristen ins englische Newbury, wo er im Studio 91 bis auf das Schlagzeug alle Instrumente selbst einspielte. Auf Tour begleiten ihn dann Sänger und Bassist Richard Watts und Schlagzeuger Chris Taggart.

Mit hendrixchen Anleihen im Gitarrenspiel eröffnet mit „Diving Bell“ ein leicht funky groovender Bluesrocker das Album, bevor es mit „Truth Or Lies“ eine Spur R&B-lastiger wird. Im Titelsong kombiniert der Altmeister ein klassisches Bluesriff, leicht angelehnt an „Come Together“ von den Beatles, mit Roadmovie-Twang-Gitarren und lateinamerikanischen Rhythmen. „Ghosts“ ist dann das, was man einen klassischen Blues nennt. Ausführliche Gitarrensoli, Schlagzeug und Bass liefern im Fundament einen klassischen Shuffle und Trower singt klagend von übersinnlichen Kräften, die ihn verfolgen.

Im weiteren Verlauf klingt der Brite mal wie eine Mischung aus ZZ Top und Jimi Hendrix („Tide Of Confusion“), lässt leichte Jazz-Einflüsse zu („Little Girl Blue“) oder groovt stoisch vor sich hin („Someone Of Great Renown“). Dazwischen widmet er sich immer wieder seinem Hauptbetätigungsfeld und zeigt mit Songs wie „The Perfect Wrong“ oder „Lonesome Road“, dass er sich nach wie vor im Bluesrock wohlfühlt. Dabei klingt „Coming Closer To The Day“ genau so, wie ein Bluesrock-Album klingen sollte. Puristisch und roh, direkt und unvermittelt, aber auch ausgewogen und abwechslungsreich. Kratzig, wenn es nötig ist, und sanft, wenn es sein muss.

In den Siebzigern ein Gitarrenheld mit mehreren Goldalben, wurde es in den 80ern und 90ern ruhiger um Robin Trower. In den letzten Jahren ist der Gitarrist allerdings umtriebiger und kreativer denn je. „Coming Closer To The Day“ ist sein siebtes Studioalbum in den letzten zehn Jahren und zeigt ihn erneut von seiner besten Seite. Stimmlich mit einer Zutat, die man nicht erlernen kann, sondern nur die Zeit geben kann und musikalisch erhaben wie eh und je überzeugt „Closer To The Day“ auf ganzer Linie.

Anspieltipps:

  • Diving Bell
  • Ghosts
  • Someone Of Great Renown
  • Lonesome Road

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