Yngwie Malmsteen - Blue Lightning - Cover
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Yngwie Malmsteen Blue Lightning


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der exzentrische Gitarrist vertraut nur sich selbst, dabei bräuchte er dringend einen Sänger und einen Produzenten.

Mit dem Vorhaben ein Bluesalbum bzw. ein bluesbasiertes Album aufzunehmen ging Yngwwie Malmsteen ins Studio. Der 55-Jährige ist eigentlich eher für seinen Hang zu neoklassischen Hardrockepen mit ausufernden Gitarrensoli bekannt, denkt man näher darüber nach ergibt die Paarung Malmsteen und Blues aber auch Sinn. Wie jeder (Rock-)Gitarrist seit den 1970ern ist auch er beeinflusst von Eric Clapton und vor allem Ritchie Blackmore der Blues mit klassischen Elementen verband. Ein Blick auf die Songauswahl, neben ein paar Eigenkompositionen hauptsächlich Cover, lässt Fans und geneigte Hörer nicht wirklich in Jubelarien ausarten. Hauptsächlich 0815-Rocksongs und davon vor allem die, die eigentlich niemand mehr Covern sollte, wie „Smoke On The Water“. Malmsteen scheint schon mal kreativer gewesen zu sein.

Den Anfang macht jedoch die Eigenkomposition „Blue Lightning“ die nicht wirklich was mit Blues zu tun hat, sondern genau das ist was man von Yngwie Malmsteen erwartet: ein mit neo-klassischen Elementen aufgepeppter Hardrocker. Der macht aber durchaus Laune. „Foxey Lady“ geht dann allerdings mit Double-Bass-Gewitter, matschigem Sound und Malmsteens Versuch seine schwache Stimme mit einem Vibrato an jedem Satzende zu kaschieren völlig daneben. Schade, dass der Gitarrist anscheinend zu eitel oder zu geizig ist in einen Sänger (und Produzenten oder Sound-Engineer) zu investieren, dabei hat er mit Größen wie Jeff Scott Soto, Joe Lynn Turner oder Graham Bonnet zusammengearbeitet. Die Auswahl des eher unbekannteren Deep-Purple-Songs „Demon’s Eye“ zeigt, dass der kleine Yngwie damals in den Siebzigern auch mal Fan war und Dank furiosem und abwechslungsreichem Gitarrenspiel, woher er seinen Ruf hat.

„Blue Jean Blues“ ist als Slow-Blues mit endlosen Soli angelegt und „While My Guitar Gently Weeps“ geht wie zu erwarten leider völlig in die Hose. Seelen- und leidenschaftslos zerstören die immergleichen ultraschnellen Arpeggioläufe und der schwache Gesang den Klassiker der Beatles. Vor über 25 Jahren hat Jeff Healey gezeigt, wie man es besser macht. Die weiteren eigenen Songs neben den beiden Instrumentals „1911 Strut“ und „Peace, Please“ das wirklich bluesige „Sun’s Up Top’s Down“ gehen in Ordnung und auch „Paint It Black“ von den Rolling Stones macht im Heavyrock Outfit mit blitzschnellem Intro eine gute Figur. Zu „Smoke On The Water“ gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen.

Für Marketingzwecke wird „Blue Lightning“ als Blues-Album angekündigt, aber schon ein Blick auf die Songliste verrät, dass Malmsteen nicht wirklich Blues spielt. Dazu kommt leider, dass der Exzentriker allem Anschein nach nur sich selbst vertraut, was dazu führt, dass sein neues Album an einem unausgegorenen Sound krankt und der Gesang nicht mehr als Durchschnitt ist. Schade, dieses Gitarrenspiel hätte einen standesgemäßen Sänger verdient. So bleibt Yngwie Malmsteen wie schon mit vielen seiner vorherigen Alben im Mittelmaß gefangen.

Anspieltipps:

  • Blue Lightning
  • Demon’s Eye
  • Paint It Black

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