Gary Hoey - Neon Highway Blues - Cover
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Gary Hoey Neon Highway Blues


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor allem die Instrumentalstücke drehen Gary Hoey einen Strick auf einem zu inkonsistenten Album.

Gary Hoey ist ein Tausendsassa der Gitarrenszene. Ob Heavy oder Prog Rock, Surfsound oder Filmmusik, der mittlerweile 58-Jährige fühlt sich überall zu Hause. Andererseits kann diese Vielseitigkeit auch darauf hindeuten, dass der Gitarrist etwas ziellos in seiner Kunst ist. Vom harten Rocker, der beinahe den Job als Gitarrengott an der Seite von Ozzy Osbourne ergattert hätte, ist Hoey mittlerweile zum Bluesrocker gereift und liefert mit „Neon Highway Blues“ sein neues Album, das er in seinem eigenen Studio selbst produziert hat.

Wie bei vielen Kollegen üblich wartet das Album mit einigen Gästen auf. In der funky Eröffnungsnummer „Under The Rug“ gibt sich Eric Gales die Ehre und die beiden Gitarristen duellieren sich dann doch einmal zu viel, sodass der Song und die beiden irgendwann den Faden verlieren. Im Midtemposhuffle „Mercy Of Love“, das stark an Stevie Ray Vaughan erinnert gibt sich Josh Smith die Ehre, der mit jazzigen Licks auffallend bereichernd wirkt. „Damned If I Do“ ist ein rockender Stampfer in ZZ Top-Manier, wobei Lance Lopez mit Slidegitarre unterstützt und bei „Don’t Come Crying“ wird für Gary Hoey wohl ein Traum wahr, teilt er sich doch die Leadgitarre mit seinem Sohn Ian Hoey.

Stimmlich erinnert Hoey mit seiner ruhigen und bedachten, vielleicht auch etwas langweiligen Art, an eine Mischung aus Robben Ford oder dem deutlich jüngeren Davy Knowles was gerade die härteren Stücke wie „I Felt Alive“, das mit coolem Riffing und exzellentem Solospiel überzeugt, doch etwas hemmt. Der US-Amerikaner ist zwar ein ausgefuchster Gitarrist mit viel Erfahrung in Instrumentalalben, allerdings verhindert das nicht, das gerade die Instrumentalstücke, deren Anzahl mit drei klar zu hoch ausfällt, deutlich abfallen. „Almost Heaven“ und „Waiting On The Sun“ klingen atmosphärisch, bieten aber viel zu wenig Abwechslung für ein Instrumental, das von Melodien, musikalischen Wendungen oder Dynamik lebt. Genauso der Titelsong, der leider nur mit dem Wort Langeweile beschrieben werden kann.

„Neon Highway Blues“ hat seine Momente. Doch Gary Hoey hat es leider verpasst ein konsequentes und vor allem konsistentes Album zu erschaffen. Seine etwas gleichförmige Art zu singen ist im Gegensatz zu seinem Gitarrenspiel auch nicht gerade begeisterungsfähig, wobei auch dieses vor allem in den Instrumentals nicht gerade mitreißend rüberkommt. Wie schon bei Labelkollege und Gastgitarrist Eric Gales gibt es einige gute Ansätze, vieles wirkt jedoch auch undurchdacht und zu schnell abgenickt im Gegensatz zum wunderbaren Cover.

Anspieltipps:

  • Mercy Of Love
  • I Felt Alive
  • Damned If I Do

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