Whitesnake - Flesh & Blood - Cover
Große Ansicht

Whitesnake Flesh & Blood


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Whitesnake beginnen stark und werden im Laufe der Platte immer besser.

Es ist mittlerweile zum Running Gag der Hardrock-Szene geworden, dass David Coverdale (67) seine Rente ankündigt. Doch auch der letzten Ankündigung ließ er keine Taten folgen. Knieoperationen und die alten Songs aus seiner Deep-Purple-Zeit, denen er mit der weißen Schlange auf Platte („The Purple Tour“) und Live-Tournee neues Leben einhauchen wollte, haben ihn offenkundig revitalisiert und so folgt mit „Flesh & Blood“, acht Jahre nach „Forevermore“ (03/2011), doch noch ein Album mit neuen Songs.

Songwriting-Kollege und Gitarrist Doug Aldrich (55), der noch auf „Forevermore“ zu hören war, ist mittlerweile weg vom Fenster. Die Musik schreibt Coverdale jetzt mit Reb Beach (55) und Neuzugang Joel Hoekstra (48) und schon die Vorabsongs haben klar gemacht, dass der mittlerweile 67-jährige Sänger noch Gefallen daran findet, den Rockgott zu geben. Natürlich ist der Hardrock von Whitesnake immer noch bluesbasiert, sitzt aber genauso fest im Sattel der 80er Jahre, also der kommerziell erfolgreichsten Zeit der Band.

Mag „Shut Up & Kiss Me“ als Einzelsong noch etwas belanglos wirken, kommt er im Albumkontext nach dem Opener „Good To See You Again“ und „Gonna Be Alright“, die die Band direkt zurück ins Jahr 1989 katapultieren, als fröhlicher Partyrocker genau zum richtigen Zeitpunkt und wächst mit jedem Hören. Genauso die flotte Semiballade „Always & Forever“, die nach dem ersten Hören noch als Lowlight durchgeht, aber mit Harmonien und Twin-Lead-Gitarren an die „Slide It In“-Ära erinnert und dem Fan doch ein bisschen schmunzeln lässt.

„Trouble Is Your Middle Name“ mit chromatischem Riff stammt aus Coverdale/Page-Zeiten und der Titelsong ist ein astreiner Classic-Rocksong, der seinen Platz im Live-Set finden wird. Damit wird auch die zweite Hälfte des Longplayers eingeläutet, die mit Hits nur so gespickt ist. So ist „Well I Never“ ein Heavy-Bluesrocker, wie man sich ihn wünscht, „Heart Of Stone“ vermischt mystische Klänge mit knackigen Riffs und bluesigen Anleihen und wäre auch auf jedem vorherigen Whitesnake-Album ein Highlight. Weiterhin gibt es Reminiszenzen an die „Moody Marsden Band“-Ära mit Slide-Gitarren im Uptempokracher „Get Up“ sowie mit „After All“ eine folkige Akustikballade, während das düstere „Sands Of Time“ mit Led-Zeppelin-Anleihen kokettiert.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt an „Flesh & Blood“ ist der teilweise zu aufgeblasene Sound, der allerdings vor allem im ruhigsten Song „After All“ am schwächsten ist. Ansonsten lässt sich David Coverdale und Co. hier keinerlei Vorwürfe machen. Das Album vereint alles, was der Fan an Whitesnake mag und verbindet es zu einem stimmigen Gesamtwerk. Dass die Songs im Verlauf der 60 Minuten und nach jedem Hördurchgang besser werden, spricht ebenfalls für die Qualität dieser. Damit hat David Coverdale recht gehabt, dass er Whitesnake noch nicht in Rente geschickt hat.

Anspieltipps:

  • Gonna Be Alright
  • Trouble Is Your Middle Name
  • Flesh & Blood
  • Heart Of Stone
  • Get Up
  • Credit Header-Bild: Tyler Bourns

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
7.5/10

Off To War
  • 2017    
Diskutiere über „Whitesnake“
comments powered by Disqus