Archive - 25 - Cover
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Archive 25


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 275 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Archive werden 25 und auch wenn nicht alles perfekt war, ist die Band zu prägend für die Entwicklung der britischen Populärmusik um die Jahrtausendwende.

Als Radiohead sich noch in famos konventioneller Art dem Brit-Pop widmeten und Bands wie Kasabian und Muse ihre Stimme suchten, haben sich Archive von vornherein vorgenommen, sich als Künstler-Kollektiv einem Sound zu widmen, der eben diese und viele weitere Bands prägen sollte. Ob dieser Einfluss (un-)bewusst entstand, ist zweitrangig, da die lange Zeit nahezu makellose Diskographie Grund genug ist, um sich vor der Band zu verneigen. Perfekt ist „25“ nicht und gerade die Deluxe Version strahlt eher durch Vollständigkeit, als durch anhaltende Qualität. Und doch ist gerade die erste Hälfte oder auch die Standard Version teilweise so stark, dass der Respekt vor Archive mehr als verdient ist.

Archive hat die Kunst perfektioniert, lauter gute Lieder zu schreiben, an die sich hinterher niemand im Einzelnen erinnert. Fans können natürlich einzelne Nummern aufzählen, aber wo andere Bands große Hits haben, steht Archive für eine gänzlich eigene Musik. Es gibt keine Band „wie Archive“. Das Klangkollektiv, das auch gerne mal mit Rap auf die Nase fliegt und sich in zehnminütigen Walls of Sound verliert, macht seit einem Vierteljahrhundert sein eigenes Ding. Selbst wenn die Archive-Formel inzwischen einen Tick zu bekannt scheint, funktioniert sie bis heute.

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Die Zusammenstellung auf „25“ ist ein guter Überblick über die Archive’schen Klangwelten, die Sphären erklingen lassen, die besagte Radiohead und Muse zu Weltstar gemacht haben. Und während einige der unwahrscheinlichen Nachfolger mit ihrem Rockstar-Image hadern und des öfteren nach Plastik klingen, bleiben Archive immer sie selbst. Archive geben sich in jedem Song komplett dem Pathos hin und überladen ihre Lieder mit Ideen. Archive bleiben auch nach einem Vierteljahrhundert schwer verdaulich und stehen größerem Erfolg selbst im Weg. Doch anders würden die Konzeptkünstler es wohl auch nicht wollen.

Anspieltipps:

  • Bullets
  • Shiver
  • Kings Of Speed

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