Myrath - Shehili - Cover
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Myrath Shehili


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Macht dem Gimmick-Rock! Die Tunesier sind am besten, wenn klassischer Metal die Zügel an sich reißt.

Myrath ist in Tunesien und über die Landesgrenzen hinaus eine Konstante. Der tunesische Fünfer macht solide Metal-Musik, die durch orientalische Einflüsse auffallen soll. Diesem Credo folgend werden potenzielle Hitfeuerwerke wie „Dance“ als Vorab-Singles abgefeuert und mit großer Sicherheit bleibt somit der Status Quo bei Fans hierzulande erhalten. Wer sich vorher nicht mit Myrath auseinandergesetzt hat und „Shehili“ hört, fragt sich aber durchaus zurecht, warum diese Gruppe überhaupt offensiv auf die Einflüsse des Orients setzen sollten. Denn als Musiker sind Myrath vorrangig Metaler, die unabhängig von Sprache und Einflüssen die Massen melodisch zum Rocken bringen wollen.

Die Highlights auf „Shehili“ verteilen sich auf Lieder, die weitaus westlicher als die typische Myrath-Single klingen. Allen voran steht „You’ve Lost Yourself“, das von den Metal-Cousins einer Band wie Chicago hätte stammen können. Das Lied schafft die große Kunst, einen Refrain zu bieten, der auch beim x-ten Mal nicht langweilig wird. Elektrisch angehaucht macht die Band auch bei „Stardust“ eine gute Figur. Und auch wenn diese Songs natürlich auf orientalische Einflüsse zurückgreifen, werden diese nahezu unsichtbar eingepflegt, sodass ein „Darkness Arise“ und das starke „Holding Back“ nicht zu Gimmick-Rock verkommen.

Dieser Schublade müssen sich Songs wie „Dance“ und „Born To Survive“ stellen, die zwanghaft Folklore und Metal zu verbinden versuchen. Das funktioniert zwar ganz gut, aber eben auch nur ganz gut. Auf diese Weise fällt das Album mit gefühlt jedem zweiten Titel zurück in ein Konstrukt, dass sich wie ein PR-Stunt anfühlt. Angesichts der hohen Qualität der gelungenen Lieder ist das zu bedauern. „Shehili“ droht erneut ein Album für ein Nischenpublikum zu werden, dass sich meist darüber unterhält, wie anders Myrath klingen. Viel gewinnbringender für die Band wäre aber, wenn Hörer sich darüber unterhalten, wie gut und unterschätzt diese Band ist. Aber diesen Ruf hat sich Myrath auch selbst zuzuschreiben.

Anspieltipps:

  • You’ve Lost Yourself
  • No Holding Back
  • Darkness Arise

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