Pristine - Road Back To Ruin - Cover
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Pristine Road Back To Ruin


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein starkes (Blues-)Rockalbum, das sich mal rumpelnd und laut und dann wieder feinfühlig und sanft präsentiert.

Pristine (nicht zu verwechseln mit der Dortmunder Girl-Punkband gleichen Namens) ist eine vierköpfige Band aus dem norwegischen Tromsø, die mit „Road Back To Ruin“ bereits ihr fünftes Album auf den Markt bringt. Dieses erscheint, wie schon der Vorgänger „Ninja“ (06/2017) über das süddeutsche Metal- und Hardrock-Label Nuclear Blast, während die ersten beiden Alben „Detoxing“ (2011) und „No Regret“ (2013) ursprünglich nur in Norwegen über das Band-eigene Label Pristine Music Production erhältlich waren, inzwischen aber weltweit problemlos zu beziehen sind. Dem Internet sei Dank!

Pristine bestehen aus Mastermind und Frontfrau Heidi Solheim (Gesang) sowie Espen Elverum Jacobsen (Gitarre), Gustav Eidsvik (Bass) und Ottar Tøllefsen (Schlagzeug). Ihr musikalischer Stil basiert auf Blues und Hardrock im Stil der 70er Jahre und ist nach eigenen Angaben geprägt von Vorbildern wie Led Zeppelin, Jimi Hendrix, Cream und Grand Funk Railroad. Damit lässt sich letztendlich auch der Vertrag mit Nuclear Blast erklären, die sich als Ergänzung zu ihrem Bluesrock-Zugpferd Blues Pills einen weiteren Genrevertreter an Bord geholt haben, die sich bei Gelegenheit auch wunderbar gemeinsam auf Tour schicken lassen.

„Road Back To Ruin“ wurde live im Studio Paradiso in Oslo zusammen mit dem 37-jährigen Produzenten und Toningenieur Øyvind Røsrud Gundersen (u.a. Lucy Swann, Rumble In Rhodos, Einar Stray Orchestra) aufgenommen und ist aus purer Frustration entstandenes Werk über Zitat: „gesellschaftliche Zustände, in denen sich Meinungen und Werte in eine bestimmte Richtung verschieben. Die Trennung von bzw. die Furcht vor „den Anderen“, die von einflussreichen Menschen dazu missbraucht wird, mehr Macht zu erlangen. Blindes Misstrauen wird gesät und Mauern werden gebaut – Dinge, die schon mehrfach geschehen sind, und die Gesellschaft scheint nun dennoch wieder mit voller Geschwindigkeit in ebendiese Fallen zu laufen“.

Diese Angst und Wut äußern sich in einem Dutzend Blues-infizierter Hardrocker, die sich im Vergleich zu den früheren Alben spürbar weiterentwickelt haben. Hier springt keine Band auf den Retro-Zug, der schon längst wieder eingebremst wurde. Pristine haben ihren eigenen Sound gefunden und kupfern die prägnanten Stilelemente oben genannter Ikonen nicht einfach nur ab. Wem sollte es auch nützen, wenn die x-te Band die Orgelklänge von Deep Purple nachspielen würde? Deshalb machen die Norweger alles richtig, wenn sie auf ihre Weise stampfende Rocker („Sinnerman“, „Blubird“), atmosphärische Balladen („Aurora skies“), dramatische Orchester- („Cause and effect“) und entspannte Akustikklänge („Your song“) miteinander kombinieren.

Fazit: „Road Back To Ruin“ ist ein starkes (Blues-)Rockalbum, das sich mal rumpelnd und laut und dann wieder feinfühlig und sanft präsentiert. Heidi Solheim agiert dabei als gekonnte Dompteurin, die mit ihrem Gesang deutlich im Lead ist, aber eine Band im Rücken hat, die ordentlich Druck entwickeln kann, dass dem Hörer der Schweiß von der Stirn tropft.

Anspieltipps:

  • Bluebird
  • Dead end
  • Blind spot
  • Sinnerman
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