Finn Andrews - One Piece At A Time - Cover
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Finn Andrews One Piece At A Time


  • Label: Nettwerk/WEA
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Finn Andrews’ Solo-Album ist eine Emanzipation von seiner Band The Veils hin zur liebevollen Nachahmung anderer Musiker.

Für Finn Andrews ist „One Piece At A Time“ laut eigener Aussage eine Befreiung von seinem alten musikalischen Ich. Das Solo-Album als Alter Ego ist bei Bandmusikern, die sich verselbstständigen nichts Unübliches. Das Gewicht der unliebsamen Vergleiche mit der Bandmusik hat nicht wenige Musiker erdrückt, auch wenn Positivbeispiele wie Lou Reed vorhanden sind. Finn Andrews hat sich bei seinem Alleingang scheinbar von Reed und anderen Künstlern inspirieren lassen, die eine Grundlage an Qualität versprechen. Nach einer guten halben Stunde stellt sich jedoch die Frage, wer der Musiker Finn Andrews selbst sein will.

„One Piece At A Time“ ist ein gediegenes und romantisches Album. Sobald das Wort Liebe auftaucht, kanalisiert Andrews Damien Rice. Spinnt er die Romantik aus abstrakterem Garn, dürfen Mick Flannery (in „Stairs To The Roof) und Aimee Mann (im überragenden „A Shot Through The Heart“) Pate stehen. Der Lou-Reed-Siphon „What Strange Things Lovers Do“ rundet die musikalische Wanderfahrt ab, auf die sich Finn Andrews auf der Suche nach sich selbst begibt.

Mit „The Spirit Of The Flame“ und „One By Venom“ deutet Finn Andrews seine eigene Persönlichkeit zwar an, doch ganz lösen sich diese Lieder von den genannten Vorbildern nie ab. Gravierender fällt für das Album jedoch ins Gewicht, dass die klar identifizierbaren Stücke die stärkeren Songs sind. „One Piece At A Time“ erhält somit das Gesicht eines Tribut-Albums, das guter Musik huldigt, ohne den Künstler dahinter herauskristallisieren zu können. Die große Chance des Albums dürfte in „Hollywood Forever“ liegen, wo weder junge noch alte Künstler im Weg stehen, sondern Finn Andrews eigenständig gut klingt.

Dass Andrews’ Stil gefällig ist, beweist das komplette Album, das ohne Tiefpunkte eine Stil sichere Punktlandung ist. Erinnern werden sich Hörer jedoch an Weniges, das sie gleichzeitig an den Namen Finn Andrews erinnert. Es bleibt dem Musiker zu wünschen, dass die kleinen Momente wie „Hollywood Forever“ und die zarten Single-Ambitionen eines „One By Venom“ in Erinnerung bleiben. Ansonsten droht Andrews, dass nicht die eigenen Bandwerke, sondern die allzu deutlichen Vorbilder sein Solo-Vorhaben überschatten.

Anspieltipps:

  • Hollywood Forever
  • A Shot Through The Heart
  • What Strange Things Lovers Do

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