H-Burns - Midlife - Cover
Große Ansicht

H-Burns Midlife


  • Label: Because Music/ALIVE
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Midlife“ ist ein Beleg für das musikalische Talent von H-Burns und beweist erneut, wie wichtig Arrangement und Melodie für gelungene Pop-Musik sind.

„Midlife“ kann in seiner finalen Form kein Meisterwerk sein. H-Burns hat ein Album geschaffen, das sich vor ausgetretenen Pfaden kaum retten kann. Allerdings betrifft das allein die Textebene. Das Thema der Midlife-Crisis fasst der Musiker derart weit, dass der Interpretationsfreiraum eher Beliebigkeit Platz verschafft. Gleichzeitig erzählt H-Burns Geschichten, die inzwischen so oft erzählt wurden, dass sie wie Phrasen erscheinen. Allein deswegen ist „Midlife“ kein Meisterwerk. Dass das Album dennoch ein gutes und uneingeschränkt empfehlenswertes Pop-Album geworden ist, ist gleichzeitig der Nachweis, dass Hörer hier von einem Könner verwöhnt werden.

H-Burns kuschelt sich trotz unnötiger belastender Verweise auf Homer, den antiken Grieche, und Bruce Springsteen im PR-Material gemütlich zwischen Musiker wie Sufjan Stevens und Delta Spirit. Die Musik bleibt in angenehmer Weise unter dem Radar und konzentriert sich neben leicht gekautem Gesang auf die Musik. Und diese Musik ist in den besten Momenten ein Hochgenuss. Gleich in „Tigress“ legt H-Burns mit Midtempo los und verwöhnt Hörer mit einem wunderbaren Guss aus Gitarre, Bass und Percussions. H-Burns konzentriert sich auf die Essenz und diese zaubert ein ums andere mal ein Lächeln ins Gesicht.

Dass dabei kaum Lieder herauskommen, die ihre Hörer mitreißen, ist der zweite Schönheitsfleck des Albums. Lieder wie „Mid Life“ kratzen am Ohrwurm-Image, aber sind doch vergänglich wie Krokusse. Die Lieder wollen nicht recht im Kopf bleiben, auch wenn sie bei jedem Hördurchgang aufs Neue überzeugen. „Midlife“ ist kein Schmuckstück, das jedem auffällt, sondern viel mehr ein gut sitzendes einfaches Shirt, das sich bei jedem Anziehen wieder überraschend gut anfühlt. Ob sich mit diesem Prinzip genug Aufmerksamkeit generieren lässt, ist die eine Frage. Die andere ist, ob H-Burns gute Musik gelungen ist. Und diese Frage kann voller Überzeugung mit „ja“ beantwortet werden.

Anspieltipps:

  • Black Dog
  • Mid Life
  • Tigress

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
6/10

Klebstoff
  • 2019    
Diskutiere über „H-Burns“
comments powered by Disqus