The Get Up Kids - Problems - Cover
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The Get Up Kids Problems


  • Label: Big Scary Monsters/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Verstärker an, Gefühle raus: The Get Up Kids machen unverbraucht klingende und unkomplizierte Rock-Musik, die uns nur allzu bekannt vorkommt.

The Get Up Kids ziehen ihren zweiten Anlauf doch noch durch. Seit der Reunion 2008 hat die Band quantitativ eher mit Zurückhaltung geglänzt, sodass Problems die erste LP seit acht Jahren ist. Die lange Zeit hat die Bands aus Kansas anscheinend für eine Zeitreise genutzt, denn wäre „Problems“ ein Debüt, würde das keinen einzigen Hörer überraschen. Mit geradlinigem Rock-Sound aus dem Proberaum im Jugendzentrum und Themen rund um fehlendes Selbstbewusstsein („The Problem Is Me“), Verliebtsein („Salina“) und oberflächliche Freunde („Fairweather Friends“) präsentieren sich The Get Up Kids als jene, die nicht erwachsen werden wollen. Für ein wenig aufregendes, aber angenehm unkompliziertes Album reicht diese Formel auch knapp ein Vierteljahrhundert nach der erstmaligen Bandgründung.

Die Falle, in die die Get Up Kids auf „Problems“ tappen, ist die des sich wiederholenden Songs. Schnell wird klar, dass „Satellites“, „The Problem Is Me“ und „Salina“ aus der gleichen Grundidee heraus entstanden sein dürften. Zwar ist der Nachwuchsband-Charme der Band erhalten geblieben, aber so gut sind die Lieder dann auch wieder nicht geraten, dass das Gleich in Gleich vergeben wird. Im schlimmsten Fall stellt sich wie in „Salina“ heraus, dass der Ansatz der Band über drei Minuten, aber nicht viel länger trägt. Da sich The Get Up Kids abgesehen von „Salina“ an kürzeren Spielzeiten orientieren, ist das auf „Problems“ allerdings kein Problem.

So lässt sich zu Liedern wie „Now Or Never“ und „Fairweather Friends“ gedankenlos tanzen, bevor die Lieder sofort aus dem Gedächtnis verschwinden. Selbst wenn das Tempo wie in „Common Ground“ gedrosselt wird, bleibt der Klang der Band zu ähnlich, um neue Impulse zu setzen. „Problems“ kämpft durchgehend mit dem Gefühl, dass die Band zwar weiß, wie sie jugendlich frische Rock-Musik zu spielen hat, aber nicht warum. Der Musik der Get Up Kids geht der Antrieb ab und lässt „Problems“ harmlos erscheinen.

„Problems“ ist ein Album geworden, das für ein bisschen Kinderzimmer-Nostalgie reicht und vorsichtig an die Tage erinnert, als man unbedingt erwachsen sein wollte und doch Angst davor hatte. Gefühlsausbrüche bleiben jedoch aus und so gelingt den Get Up Kids kein großer Wurf. Wenn The Get Up Kids ihre Musik zum Besten geben, dann stehen wir Kopf nickend da, können uns aber nicht zum Mitfeiern und -fiebern bringen.

Anspieltipps:

  • The Advocate
  • The Problem Is Me
  • Brakelines

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