Bad Religion - Age Of Unreason - Cover
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Bad Religion Age Of Unreason


  • Label: Epitaph Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bad Religion melden sich endlich zurück, um den politisch Verantwortlichen in den USA mächtig einzuheizen.

Die kalifornischen Punkrocker von Bad Religion wurden im Jahr 1980 gegründet und stürmen damit unaufhaltsam auf ihr 40-jähriges Jubiläum zu. Auf dem Weg dorthin legt die Band aus Los Angeles mit „Age Of Unreason“ ihr mittlerweile 17. Studioalbum vor, auf dem sie in gewohnter Manier 14 Songs in 33 Minuten runterbrettern. Das Werk von Produzent Carlos de la Garza (u.a. Paramore, Jimmy Eat World, Charly Bliss, Wolf Alice, Young The Giant) betreut, der das Zepter von Stammproduzent Joe Barresi (u.a. New Model Army, Avenged Sevenfold, Melvins, Queens Of The Stone Age, Coheed And Cambria) übernommen hat.

Das aktuelle Line-up besteht aus den Gründungsmitgliedern Greg Graffin (Gesang), Brett Gurewitz (Gitarre) und Jay Bentley (Bass) sowie Brian Baker (Gitarre). Neu in der Band sind Mike Dimkich (Gitarre) und Jamie Miller (Drums), die Greg Hetson und Brooks Wackerman ersetzt haben und damit erstmalig auf einem Bad-Religion-Album zu hören sind. Das letzte reguläre Studioalbum des Sextetts, „True North“ (01/2013), liegt inzwischen mehr als sechs Jahre zurück und hätte schon längst einen Nachfolger bekommen sollen.

Doch obwohl schon seit Anfang 2015 an neuen Songs gearbeitet wurde, kamen immer wieder andere Dinge dazwischen, die den Produktionsprozess ungewöhnliche in die Länge zogen. So veröffentlichte Frontmann Greg Graffin zum Beispiel im März 2017 sein zweites Soloalbum „Millport“, das es zu schreiben, aufzunehmen und zu promoten galt. Deshalb wird es nun wirklich Zeit für die Rückkehr von Bad Religion. Schließlich sind wir schon seit Jahren darauf gespannt, was die Punkrocker zu ihrem Präsidenten Donald Trump zu sagen haben.

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Die Texte von Bad Religion gelten seit jeher als hochpolitisch. Verpackt in melodischen Punkrock, ergibt sich daraus ein zündender Cocktail, mit dem sich auch bei eher unpolitischen Menschen Gehör verschafft werden kann. In diesem Zusammenhang hat die lange Pause der Band hörbar gutgetan. Denn wenn jeder Song gleich klingt, ist auf Dauer niemandem geholfen. Auf „Age Of Unreason“ zahlt sich dies in variierendem Tempo, verschiedenen Stimmungslagen und den gewohnt eingängigen Melodien aus, die heuer deutlich ausgefeilter erklingen.

Als Bad Religion ihre Longplayer noch im Zweijahresrhythmus herausgehauen haben, war spätestens ab Mitte der Nullerjahre eine gewisse Eintönigkeit spürbar. Die Songs konnten nicht schnell genug sein und blieben immer seltener im Gedächtnis hängen. Auf „Age Of Unreason“ schaffen die Amerikaner nun einen Turnaround. Ihr Melody-Punk kommt altersgerecht etwas gezähmter, aber dafür musikalisch aussagefähiger daher. So machen Bad Religion wieder Spaß und heizen dabei den politisch Verantwortlichen in den USA mächtig ein.

Anspieltipps:

  • Downfall
  • My sanity
  • Candidate
  • Old regime
  • End of history
  • The approach
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