Jordan Rudess - Wired For Madness - Cover
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Jordan Rudess Wired For Madness


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 64 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Keyboarder von Dream Theater liefert eine Prog-Orgie ohne viele Verschnaufpausen.

Gerade erst veröffentlichten Dream Theater ihr 14. Studioalbum „Distance Over Time“ da legt Keyboarder Jordan Rudess sein 13. Soloalbum mit Eigenkompositionen vor. Warum gerade zwei Monate nach der Veröffentlichung seiner Hauptband und nicht in den drei albumfreien Jahren zuvor oder im nächsten Jahr, wenn nichts von den Prog-Meistern ansteht, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Da verstehe einer die sogenannten Marketing-Experten.

„Wired For Madness“ beginnt mit dem zweigeteilten Titelsong, wobei Teil eins über 11 Minuten, Teil 2 beinahe 23 Minuten an Länge vorzuweisen haben. Nach kurzer Erzählung beginnt der Song überraschend funky, um sich dann in eine Progressive Orgie zu verwandeln, bei der verschiedene Musikrichtungen wie Swing (Teil 1) oder beinahe Techno (Teil 2) genauso ihren Platz finden wie Oldschool Prog der Marke Pink Floyd (Teil 1) oder Yes (Teil 2). Dazu gibt es hier und da industriell angehauchte, moderne Klangexperimente, Heavy-Riffs die auch gut zur Hauptband des 62-jährigen gepasst hätten oder Film- respektive Computerspiel-Score ähnelnde Elemente. Immer im Vordergrund sind dabei diverse (elektronische) Tasteninstrumente.

Hat man diesen wilden und auch durchaus anstrengenden Ritt überstanden geht es in „Off The Ground“ etwas ruhiger zur Sache. Rudess ist kein begnadeter Sänger, macht seine Sache aber solide und wieder kommen Erinnerungen an Pink Floyd hoch. „Perpetual Shine“ verbindet dann Keyboard-Eskapaden, Super Mario Bros-Sounds und groovende Passagen zu einem knackigeren Songgebilde, bevor es auf „Just Can’t Win“ eine Überraschung gibt. Sind Gäste wie die Bandkollegen John Petrucci und James LaBrie, Schlagzeuger Marco Minnemann (u.a. The Sea Within) oder Rod Morgenstein (u.a. Dixie Dregs) noch einigermaßen vorhersehbar überrascht ein Name auf der Gästeliste ganz besonders: Joe Bonamassa. Bluesig und soulig geht es mit ihm zur Sache, Bläsersätze sind zu hören und ein jazzig angehauchtes Gitarrensolo des Bluesstars.

Eine schnelle Scheibe für zwischendurch ist „Wired For Madness“ mit Sicherheit nicht. Wer hier genau durchblicken will, braucht Zeit und Muße. Komplizierte Songstrukturen und sinnlos erscheinende Soundeinwürfe verlangen dem Hörer gerade im Titelsong ziemlich viel ab. Die Pink Floyd-artigen Songs im Anschluss sind nicht schlecht, aber auch nicht weltbewegend. Handwerklich gibt es natürlich nichts zu beanstanden, ob man dieses Album aber öfter als ein, zwei Mal hört, sei dahingestellt.

Anspieltipps:

  • Wired For Madness – Part 1
  • Just Can’t Win

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