JJ Cale - Stay Around - Cover
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JJ Cale Stay Around


  • Label: Because Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Posthumes Album des angesehenen Country- und Blues-Komponisten.

Am 26. Juli 2013 verstarb John Weldon „JJ“ Cale an einem Herzinfarkt und hinterließ eine große Lücke in der Szene, die er seit Anfang der 70er Jahre mit regelmäßigen Veröffentlichungen bereicherte. 15 Studioalben hat Cale bis zu seinem Tod auf den Markt gebracht und sich damit einen hervorragenden Namen gemacht. Er avancierte als Country- und Blues-Komponist zu den angesehensten Musikern seiner Generation, obwohl er mit „Cocaine“ lediglich einen großen Singlehit hatte. Dafür waren seine Songs umso gefragter und erfolgreicher bei Musikerkollegen wie Carlos Santana, Bryan Ferry, Joe Cocker, Johnny Cash, Beck, Dan Auerbach oder auch Tom Petty aufgehoben.

Insbesondere der freundschaftlich verbundene Eric Clapton (74) hatte einen Narren an Cales betont entspannten, reduzierten und stets auf das Wesentliche fokussierten Sound gefressen und spielte im Jahr 2006 sogar ein gemeinsames Album mit JJ Cale ein („The Road To Escondido“), das mit einem Grammy als „Best Contemporary Blues Album“ ausgezeichnet wurde. Das letzte Studioalbum, das JJ Cale einspielte, war „Roll On“ (02/2009). Darauf pflegte er zum letzten Mal seinen berühmten Tulsa-Sound, dem Eric Clapton auf „The Breeze: An Appreciation Of JJ Cale“ (07/2014) die letzte Ehre erwies.

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Zusammen mit diversen Vinyl-Wiederveröffentlichungen wegweisender Alben aus dem Backkatalog JJ Cales, erscheint mit „Stay Around“ nun auch ein neues Werk aus der Feder des US-Amerikaners, das von seiner Ehefrau Christine Lakeland (64) aus bisher unveröffentlichten Aufnahmen zusammengestellt wurde: „I wanted to max-out the ‘Cale factor. Do as much that came from John’s ears and fingers and his choices as I could, so I stuck to John’s mixes”. Aufgrund der besonderen Arbeitsweise Cales scheint der Fundus solcher Archivstücke relativ groß zu sein, sodass auch in Zukunft weitere posthume Alben des Gitarrenvirtuosen erscheinen könnten.

15 Songs sind auf „Stay Around“ versammelt, die zwar auf der einen Seite den leichten Makel von Outtakes besitzen, aber trotzdem noch so gut sind, dass sie veröffentlicht werden können, ohne das Denkmal Cales zu beschädigen. Denn JJ Cale klingt auch auf „Stay Around“ genauso, wie ihn seine Fans in Erinnerung haben. Im Vordergrund stehen markant-entspannte Gitarren-Licks und ein fast schon flüsternder Gesangsstil, mit dem JJ Cale den Hörer in seinen Bann zieht („Go downtown“).

Diese feine Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Longplayer, egal ob es Cale beschwingt („Chasing you“), verliebt schwelgend („Oh my my“), staubtrocken („Winter snow“) oder treibend angeht („My baby blues“). So zeigt sich, dass selbst JJ Cales Songmaterial aus einer Lagerräumungsaktion immer noch erste Qualität besitzt.

Anspieltipps:

  • Tell daddy
  • My baby blues
  • Lights down low
  • Don’t call me Joe
  • Wish you were here
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