Prince - Rave Un2 The Joy Fantastic / Rave In2 The Joy Fantastic (Ultimate Rave) - Cover
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Prince Rave Un2 The Joy Fantastic / Rave In2 The Joy Fantastic (Ultimate Rave)


  • Label: Legacy/Sony Music
  • Laufzeit: 150 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das 23. Studioalbum von Prince aus dem Jahr 1999 war weder künstlerisch noch kommerziell ein Bringer. Trotzdem wird es reichlich aufgemotzt wiederveröffentlicht.

Drei Jahre ist Prince inzwischen tot. Doch die Auswertung seines musikalischen Vermächtnisses steht noch immer am Anfang, da bisher vermehrt der bereits bekannte Backkatalog im Fokus stand und unveröffentlichte Schätze bisher kaum gehoben wurden, wie auch das im vergangenen Jahr auf den Markt gebrachte „Piano & A Microphone 1983“-Album (09/2018) zeigte. An dieser etwas unbefriedigenden Situation ändert auch nicht die Neuauflage des einzigen Albums etwas, das Prince für Arista Records eingespielt hat.

Das ursprüngliche Werk namens „Rave Un2 The Joy Fantastic“ stammt aus dem Jahr 1999 und feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Es erschien als letzte Album-Veröffentlichung unter dem unaussprechbaren „Love Symbol“-Signet und performte aus kommerzieller Sicht eher durchschnittlich. Mit „The greatest romance ever sold“ wurde nur eine Single ausgekoppelt und später mit „Rave In2 The Joy Fantastic“ (04/2001) ein Remix-Album über die Webseite von Prince nachgeschoben. Gebündelt mit der Live-DVD „Rave Un2 The Year 2000“, einem Konzert vom Silvesterabend 1999, das damals als Pay-Per-View-Ausstrahlung im Fernsehen zu sehen war, erscheint nun das gesamte zwiespältige Rave-Paket aus dem Jahr 1999 als Hübsch aufgemachtes Box-Set, das den Titel „Ultimate Rave“ trägt.

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Wer damals das Original von „Rave Un2 The Joy Fantastic“ auf CD gekauft hat, durfte sich über eine merkwürdige Verpackung wundern, die sich nicht zwischen Jewel Case und Digipak entscheiden konnte. Das passte bei diesem Werk wie die Faust aufs Auge. Die Neuauflage ist dagegen in einem fantastischen Mega-Digipak untergebracht, das mit Glanzdruck, ausführlichem Booklet und gutem Sound überzeugt. Musikalisch vereint Prince dazu seinen typischen Mix Funk („Baby knows“), R&B („The sun, the moon and stars“), Rock („So far, so pleased“) und Pop („I love U, but I don't trust U anymore“), der diesmal aber nur streckenweise zündete. So war eine Single wie „The greatest romance ever sold“ zwar ganz nett, aber mit 5½ Minuten Spielzeit auch ziemlich heiße-Luft-lastig.

„Rave Un2 The Joy Fantastic“ erzielte mit den Plätzen 18 (USA), 37 (Frankreich), 53 (Deutschland), 82 (Australien) und 145 (Großbritannien), trotz namhafter Gastauftritte und Kollaborationen von und mit Gwen Stefani, E.V.E., Chuck D, Ani DiFranco, Maceo Parker und Sheryl Crow (deren Song „Everday is a winding road“ auf diesem Album gecovert wird), für Prince-Verhältnisse keinen guten Ergebnisse. Selbst schuld! Schließlich verhedderte sich der Meister auf einem viel zu langen Album meist in musikalischen Allgemeinschauplätzen und produzierte abgestandene Rammelmusik im Stile von „Hot with U“ oder auch „Man ’o‘ war“.

Wer sich deshalb wundert, dass ausgerechnet dieser Longplayer vom Prince Estate für eine Wiederveröffentlichung freigegeben wurde (Jubiläum hin oder her), gehört sicher auch zu denjenigen, die langsam nervös werden, ob und wann etwas wirklich Neues und Relevantes aus dem Prince-Archiv auf den Markt gebracht wird. Die Neuauflage von „Rave Un2 The Joy Fantastic“ ist zwar liebevoll gestaltet und für Komplettisten eine tolle Sache, aber es wird so langsam Zeit für Sensationen. Oder gibt das Archiv des Meisters gar keine her?

Anspieltipps:

  • Baby knows
  • Beautiful strange
  • So far, so pleased
  • Rave un2 the joy fantastic
  • Everyday is a winding road
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