Jenny Lewis - On The Line - Cover
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Jenny Lewis On The Line


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
3.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ex-Rilo-Kiley-Frontfrau und Schauspielerin Jenny Lewis mit ihrem vierten Soloalbum.

Vier Alben mit ihrer Ex-Band Rilo Kiley und drei Soloalben hat Jenny Lewis (43) neben ihrer Betätigung als Schauspielerin inzwischen abgeliefert. Dazu noch eines mit den Watson Twins. Eine Menge Holz vor der Hütte – wie auch das Cover des aktuellen Jenny-Lewis-Albums „On The Line“ zu bieten hat. Wer davon nicht angelockt wird, wird es vielleicht durch Songtitel wie „Heads gonna roll“, „Dogwood“ oder „Red Bull & Hennessy“.

Letzterer zeigt eine besondere Nähe zu Stevie Nicks und geht deshalb nicht nur als Hommage an die Grande Dame des Folk-Rock durch, sondern stellt auch das erste Highlight des Longplayers dar. Zusammen mit „Do Si Do“, „Little White Dove“ und „Rabbit Hole“ zeigt dieses Stück nämlich deutlich: „On The Line“ ist immer dann am überzeugendsten, wenn Jenny Lewis die Handbremse etwas löst und sich von den klassischen Vintage-Americana-Sounds entfernt.

Dagegen sprechen leider zu viele Halbballaden, vorgetragen mit schläfriger Stimme, viel Hall, Klavier, rumpelndem Schlagzeug und Pedal-Steel-Gitarre – eine stilistische Mischung, die den Hörer stets nur für eine gewisse Dauer berührt. Umso erfrischender also, wenn in den genannten Highlights Einflüsse aus den 80er Jahren („Do Si Do“, „Rabbit Hole“) und des 2000er Indie-Rock („White Dove“) verarbeitet werden. Das sind die Momente, in denen Jenny Lewis endlich aus den Puschen kommt.

Weit mehr weiß die Platte auf lyrischer Ebene zu überzeugen. Schonungslos ehrlich geht Jenny Lewis mit sich selbst ins Gericht und lässt kein schmutziges Detail aus: Drogen, Alkohol, Sex – you name it. Umso enttäuschender also, dass sie gemeinsam mit ihren beiden Produzenten Beck Hansen und Ryan Adams (zu dessen jüngsten Skandalen, die sogar die Verschiebung seines neuen Albums zur Folge hatten, wir uns hier ausschweigen wollen) die raue Ehrlichkeit der Texte nicht in ihrem Sound einfangen konnte.

Anspieltipps:

  • Red Bull & Hennessy
  • Do Si Do
  • Little White Dove
  • Rabbit Hole

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