Pip Blom - Boat - Cover
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Pip Blom Boat


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wir machen alle gemeinsam auf unschuldig und tun so, als kämen wir direkt aus dem Proberaum.

Der Ausdruck spitzbübisch ist heutzutage im besten Fall außer Mode. Einige Menschen kennen ihn vielleicht gar nicht mehr. Für Pip Blom ist der Ausdruck durchaus treffend. Frech, aber gleichzeitig mit einer unschuldigen Naivität ausgestattet klimpert der Vierer seine Happy-Go-Lucky-Musik. Instrumente und Gesang sind nahezu perfektionistisch darauf ausgerichtet, durchgängig angenehm unsauber zu klingen. Das Album bringt das Gefühl einer Live-Session mit sich und zeigt sich mit Schrammen, Pickeln und Schönheitsflecken. Dieser Charme führt Pip Blom auf ihrem Debüt „Boat“ zumindest teilweise zum Erfolg. Auch wenn die Songs auf „Boat“ eher mit schwimmen, statt den Kahn zu ziehen, drängt sich der unverbrauchte Stil der Truppe kurzfristig erfolgreich auf.

Wenn „Daddy Issues“ erklingt, werden lediglich Rock-Verächter wehren. Ansonsten verkörpern Pip Blom genau jenen Rock, der angenehm aus dem Hintergrund klingt und zu rhythmischen Bewegungen verleitet. Um Hörer richtig umzuhauen, ist die Musik zu zahm. Pip Blom profitieren sogar, wenn Hörer sich nicht zu sehr auf ihre Tracks konzentrieren. Bei voller Aufmerksamkeit fällt auf, dass bei all der positiven Energie den Melodien der letzte Schliff fehlt. Aus guten Grundideen in „Don’t Make It Difficult“ und „Say It“ werden nette Songs gestrickt, die einen ordentlichen Spannungsbogen liefern, aber nie langfristig im Ohr bleiben. Bildlich gesprochen ist zu wenig an der Musik anziehend, auch wenn an ihr nichts abstößt.

Mit dem Chorus in „Say“ oder auch in „Ruby“ deutet die Band an, dass sie Musik im Blut hat, die begeistern kann. Noch bringt die Band diese Fähigkeiten aber nicht umfangreich ein. Sobald der Lack des erfrischenden Klangs zu blättern beginnt, führt zu wenig zu „Boat“ zurück. Viele Hörer werden wahrscheinlich schnell vergessen, dass sie zu „Boat“ ein wenig feiern könnten. Der Band bleibt zu wünschen, dass die etwas spärlich verteilten starken Momente ein ansonsten hübsches, aber unauffälliges Album über die Runden retten.

Anspieltipps:

  • Ruby
  • Say It
  • Bedhead
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7/10

Ciao!
  • 2019    
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