Edwyn Collins - Badbea - Cover
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Edwyn Collins Badbea


  • Label: AED/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Edwyn Collins hatte für „Badbea“ viele Ideen, die anscheinend nicht richtig reifen durften.

Ziemlich genau sechs Jahre ist es her, dass der Schotte Edwyn Collins sein letztes Album „Understated“ herausgebracht hat. Auf „Badbea“ zeigt sich Collins bis „It All Makes Sense“ als großer Ennio Morricone, bevor der in langgezogene Gesangsbögen verliebte Schotte sich an seine Punk- und Popwurzeln erinnert. Das Ergebnis ist ein verdrehtes Album, das selbst nicht weiß, was es ist. Wäre es schlichtweg gute Musik, wäre dieser unebene Ansatz wohl kein Problem. Auf „Badbea“ klingt allerdings vieles ein wenig erzwungen.

Collins oftmals leicht gepresster Gesang ist die perfekte Metapher für „Badbea“. Im richtigen Kontext hören Zuhörer einen Musiker, der am Anschlag zu spielen scheint und alles in die Waagschale wirft. Dafür ist „Badbea“ als Album jedoch viel zu zahm geraten. Im Western-Auftakt reihen sich Romanzen aneinander, die von der reinen Melodie gut gemachte Liedermacherkunst versprechen. Die immer gleichen Liebeslied-Inhalte und eine spürbare Anstrengung beim Musiker, um zum Stil zu passen, bremsen die mögliche Euphorie jedoch merklich.

Nach „Outside“ begibt sich Collins zwar in vertrautere Fahrwasser, die zwar stilistisch besser passen, aber erstaunlich unfertig wirken. „Outside“, „Glasgow To London“ und „Tensions Rising“ sind im Kern verspielte Rocksongs, die sich allerdings nicht auszudehnen wissen. Spätestens mit „I Want You“ mischt sich sogar noch eine Spur Selbstgefälligkeit ein, die gar nicht zu Collins passen will.

Die etwas verspielten Momente wie „I’m OK Jack“ klingen versöhnlich an, sind aber nicht Grund genug, um die Meinung über ein Album zu ändern, das sich seiner Selbst sicher zu sein scheint. Auf „Badbea“ findet sich wenig inspirierte, wenngleich souverän vorgetragene Rockmusik. Positiv kann festgehalten werden, dass Edwyn Collins seine Ideen deutlich macht, aber gleichzeitig nie zur Gänze verwirklicht. Als Album, das im Ansatz stecken bleibt, verliert sich Collins’ Musik schnell und kommt selten im Hörerherzen an.

Anspieltipps:

  • It All Makes Sense
  • Badbea
  • It’s All About You

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