Royal Republic - Club Majesty - Cover
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Royal Republic Club Majesty


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Der fünfte Longplayer der schwedischen Party-Rocker aus Malmö.

Ihren gewohnten Zweijahres-VÖ-Rhythmus konnten Royal Republic mit ihrem insgesamt fünften Longplayer namens „Club Majesty“ diesmal zwar nicht halten, dafür erscheint das Werk in Deutschland äußerst überraschend über das angesehene Heavy-Metal-Label Nuclear Blast, das nur ganz selten über den stilistischen Tellerrand schaut. Das Vertrauen der süddeutschen Plattenfirma könnte der angeschlagenen Reputation der Schweden – Adam Grahn (Gesang), Hannes Irengård (Gitarre), Jonas Almén (Bass) und Per Andreasson (Drums) – auf die Sprünge helfen, denn für ihren leicht debilen Gute-Laune-Party-Rock wurden Royal Republic insbesondere in der Hartwurstszene schon immer kritisch beäugt.

Doch wenn Nuclear Blast das Quartett unter Vertrag nimmt, kann es vielleicht doch nicht so übel sein, oder etwa nicht? Nun ja, letztendlich ist es wohl so, dass hier eine Art Missverständnis vorliegen muss. Denn tanzbare Rockmusik mit simplen, ironischen Texten abzuliefern – das ist eine Kunst, die nur wenigen Bands überzeugend gelingt, u.a. deshalb, weil sich der Hörer gerne mal verarscht vorkommt, wenn den Protagonisten die Gäule durchgehen. Auch Witzigkeit kennt eben Grenzen und deshalb fällt es leider sehr schwer, das belanglose Geplänkel aus dem Hause Royal Republic auch nur ansatzweise ernst zu nehmen. Ihr „Cluby Majesty“-Album klingt nämlich, als würden die im Laufe der Jahre immer schlechter gewordenen Mando Diao auf Volbeat und The BossHoss treffen, ohne wirklich zu wissen, was sie da eigentlich tun.

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Aufgenommen im heimischen Malmö sowie im Fuzz Factory Tonstudio in Berlin-Kreuzberg, wurde „Cluby Majesty“ als Trip in die 80er Jahre konzipiert, der sich ins Hier und Jetzt verirrt hat, um die Tanzflächen vollzukriegen. Aus diesem Grund haben die Schweden elf schmissige Titel aufgesetzt, die eine Disco-Atmosphäre kreieren sollen, wozu nervös flirrende Gitarren („Under cover“, „Blunt force trauma“), wilde Vintage-Bläserriffs („Fireman & dancer“, „Boomerang“) sowie haufenweise funky Grooves („Can’t fight the disco“, „Like a lover“) aufgefahren werden.

Ein echter Hit fällt dabei nicht ab. Und obwohl das Album nur auf 35 Minuten Spielzeit kommt, ist aus der vermeintlich heißen Sause recht schnell die Luft raus, weil den Songs ganz einfach die Substanz fehlt, um mehr zu sein, als nur ein bisschen Gute-Laune-Gedudel.

Anspieltipps:

  • Boomerang
  • Like a lover
  • Fortune favors
  • Blunt force trauma
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