Nick Murphy - Run Fast Sleep Naked - Cover
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Nick Murphy Run Fast Sleep Naked


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nick Murphy etabliert seine eigene Stimme mithilfe einer angenehm warmen Stimmung.

Nick Murphy alias Chet Faker (30) hat sich in den vergangenen sieben Jahren an diversen EPs wie „Thinking In Textures“ (2012) und Alben wie „Built On Glass“ (2014) versucht, doch in gewisser Hinsicht fühlt sich „Run Fast Sleep Naked“ nach viel Stückwerk endlich nach einem „richtigen“ Debütalbum an. Murphy präsentiert sich frisch und überzeugt von den eigenen Ideen auf eine überraschend zurückhaltende und warme Art. Statt Pop-Spektakel liefert Nick Murphy ein Album, von dem Hörer gerne umarmt würden. Der Australier besinnt sich auf Pop, der eingängig sein darf und nicht zwanghaft Überraschungen plant.

Allein „Sanity“ ist Grund genug, um diesen Ansatz zu verteidigen. Mit der ehemals perfekten Radio-Zeit von dreieinhalb Minuten kuschelt sich Murphy elegant in unsere Gehörgänge und braucht dafür lediglich eine feine Melodie, der er gnadenlos stringent folgt. Dass „Run Fast Sleep Naked“ nicht mit solchen Ohrwürmern gespickt ist, ist schade, aber zu verschmerzen. Viel wichtiger ist die heilende Wärme des Albums, die sich über Liedern wie „Hear It Now“ und „Harry Takes Drugs On The Weekend“ ausbreitet, auch wenn die Melodien das Gedächtnis schnell wieder verlassen.

Im Mittelteil versucht sich Murphy in „Sunlight“, „Some People“ und „Yeah I Care“ an etwas frecheren Klängen, die zwar den Geist des Anfangs beibehalten, aber in Effekthascherei abdriften. Da ist die weniger aufgeregte Note des langen „Novocaine And Coca Cola“ authentischer und bleibt Hörern letztlich länger erhalten. Diese Rückbesinnung bleibt dem Album bis zum Ende erhalten. „Never No“ macht sich auf, dem Höhepunkt „Sanity“ Konkurrenz zu machen, während „Dangerous“ und „Believe Me“ erneut eindrucksvoll beweisen, wie einfach gestrickt gute Musik sein kann.

„Run Fast Sleep Naked“ ist ein Album voller Stolpersteine und Risse, über denen eine flexible Schicht aus vollen Klängen und authentischer Wärme liegt. Murphys Album wird für Murphy gehört und nicht, weil der Mann und seine Musik gerade angesagt sind. Im besten Fall ist genau diese Art von Musik zeitlos.

Anspieltipps:

  • Sanity
  • Never No
  • Harry Takes Drugs On The Weekend

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