Jochen Distelmeyer - Coming Home - Cover
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Jochen Distelmeyer Coming Home


  • Label: Stereo Deluxe/WEA
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Blumfeld-Frontmann mit seinem Beitrag zur „Coming Home“ Sampler-Reihe.

„Coming Home“ ist eine lose Sampler-Reihe des Berliner Labels Stereo Deluxe, für die schon seit vielen seit Jahren bekannte Musiker gewonnen werden, damit diese ihr ganz persönliches Mixtape zusammenstellen. Im Laufe der Zeit sind Ausgaben erschienen, die bisher von Boozoo Bajou, Tocotronic, Nightmares On Wax, Jazzanova, Pantha Du Prince, DJ Hell, Nouvelle Vague, Sven Väth und Mo´ Horizons zusammengestellt wurden. Mit Jochen Distelmeyer steht nun der nächste „Coming Home“-Pate fest, der sich 17 Tracks quer durch alle Genres ausgesucht hat, um damit „unterschwellige oder geheime Korrespondenzen zwischen Songs und Stilen freizulegen“.

Die musikalischen Anfänge von Jochen Distelmeyer (51) reichen zurück bis in das Jahr 1990, in dem er in Hamburg zusammen mit Eike Bohlken und André Rattay die Band Blumfeld gründete, die zu einem der einflussreichsten deutschen Indie-Acts avancierte. Es erschienen sechs Studioalben, die allesamt abgefeiert wurden. Trotzdem lösten sich Blumfeld im Jahr 2007 auf und Jochen Distelmeyer startete eine Solokarriere. Zudem brachte er im Jahr 2016 mit dem zwiespältig aufgenommenen „Otis“ seinen ersten Roman auf den Markt.

Trotzdem haben viele Fans die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Blumfeld eines Tages zurückkehren könnten. Denn obwohl die Band offiziell immer noch als aufgelöst gilt, ist sie seit ein paar Jahren (und auch in diesem!) immer wieder live aktiv. Zwar nur sehr unregelmäßig, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Doch nun zurück zum „Coming Home“-Sampler, auf dem Sich von Jochen Distelmeyer ausgesuchte Songs von u.a. Kris Kristofferson, Pharrell Williams, Missy Elliott, Andreas Dorau, Big L, The Soft Moon, Young Thug, Chastity Belt und den Deftones befinden. Eine fürwahr wilde Mischung.

Diese besteht stilistisch aus Genres wie HipHop/Rap, Rock, New Wave, Punkrock, Pop oder auch R&B und wird repräsentiert durch coolen Old-School-Rap von Big L („Devils son“), Noise-Rock von The Soft Moon („Burn“), abgedrehten Deutsch-Pop von Andreas Dorau („Wo lebst du heut“), düstere Trap-Sounds von Missy Elliott („I’m better“) gut abgehangenen Country und Folk von Blaze Foley („Oval room“) und fluffigen R&B-Funk von Pharrell Williams („Gust of wind“) – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Durch diese unerwartete Genre-Vielfalt ist Jochen Distelmeyers Beitrag zur „Coming Home“-Reihe ein superinteressanter 70-Minuten-Ritt durch die Musikgeschichte und die Plattensammlung des 51-Jährigen. Dieser gibt damit ganz nebenbei eine Steilvorlage für einen zweiten Teil des „Songs From The Bottom“-Album, auf dem Distelmeyer seine Kunst in Form von Coverversionen gezeigt hat, die sich ebenfalls quer durch die Stil-Botanik gezogen haben.

Anspieltipps:

  • Minerva
  • Hercules
  • Devils son
  • Gust of wind
  • Different now
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