CJ Ramone - The Holy Spell - Cover
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CJ Ramone The Holy Spell


  • Label: Fat Wreck/EDEL
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Punkrock mit ordentlichem Power-Pop-Einschlag und der einen oder anderen Überraschung.

Zwei Jahre nach dem soliden „American Beauty“-Album veröffentlicht CJ Ramone mit „The Holy Spell…“ sein inzwischen viertes Soloalbum. Als eines der letzten überlebenden Mitglieder der Ramones ist klar, dass dieser Name verpflichtet. Zusammen mit Gitarrist Dan Root (Adolescents, Multiinstrumentalist Nate Sander und Drummer Pete Sosa (Street Dogs) arbeitete der singende Bassist mit Produzent Paul Miner (Death By Stereo, Adolescents) an seinem neuen Album.

„One High One Low“ eröffnet das Album dann so, wie es der Hörer von einem Ramone erwartet: Knackige Power-Chords, ordentliches Tempo und eine eingängige Hookline. Wenn genau hinhört, erkennt aber auch Power-Pop-Anleihen – und zwar mehr, als bei seiner früheren Hauptband. Das Dave Edmunds-Cover „Crawling From The Wreckage“ ist noch tiefer in diesem Sound verwurzelt, man höre nur den Background-Chor, und auch „Movin‘ Up“ schwimmt im selben Becken. So klingt Power-Pop im Punkrockgewand. „The Town“ tönt vor allem dank der Gesangsmelodie sehr nach Joey Ramone, während „I’m Disappointed“ mit Textzeilen wie „Sick and tired of being sick and tired, getting fatter every day“ aus dem Alltag eines 53-jährigen Punkrockers erzählt. Mit steigendem Alter hat der Mensch eben andere Probleme, als mit Anfang 20.

Mit „Hands Of Mine“ erklingt zur Albummitte eine akustisch basierte Roadmovie-Ballade im besten Americana-Sound, die eine andere Facette vieler Punker ans Licht bringt. Man denke nur an die Soloausflüge von Greg Graffin (Bad Religion) oder Mike Ness (Social Distortion). Nach dem ruhigen Country-Ausflug ist es dann ausgerechnet das Cover des Country-Hits „There Stands The Glass“ von Webb Pierce dem eine Punkrock-Kur verpasst wird und den Hörer zurück in gewohnte Gefilde bringt. Im Anschluss gibt es noch ein bisschen kalifornisch geprägten Pop-Punk („Postcard From Heaven“, „Blue Skies“) und ein Tribut an den verstorbenen Adolescents-Sänger Steve Soto („Rock On“).

CJ Ramone hat mit „The Holy Spell…“ ein rundes Pop-Punkwerk auf den Markt gebracht, auf dem nur „Stand Up“ negativ auffällt. Der Rest des Albums ist solider Punkrock mit Ausreißern nach oben. Musikalisch gibt es eine ordentliche Power-Pop-Schlagseite und einen Ausflug in Americana-Gefilde, der zu überraschen und gefallen weiß. Nach dem schon soliden Vorgänger „American Beauty“ geht es für CJ Ramone damit weiter in die richtige Richtung

Anspieltipps:

  • The Town
  • Crawling From The Wreckage
  • Hands Of Mine
  • Blue Skies

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