Lina Maly - Könnten Augen Alles Sehen - Cover
Große Ansicht

Lina Maly Könnten Augen Alles Sehen


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Könnten Augen alles sehen“ ist eine Spur konsequenter als das Debütalbum vor drei Jahren. So darf es gerne weitergehen.

Vor gut drei Jahren begann die professionelle Musikkarriere der norddeutschen Sängerin und Liedermacherin Lina Maly (21). Mit der Vertriebspower von Warner Music im Rücken und publikumswirksamen Auftritten als Support-Act von Zaz (39) oder in der TV-Show „Inas Nacht“, in der Ina Müller (54) regelmäßig junge Talente vorstellt, konnte sie ihr Debütalbum „Nur zu Besuch“ (08/2016) in den Top 40 der deutschen Charts platzieren und damit eine erste Duftmarke in der deutschsprachigen Songwriter-Popszene setzen.

Wie bei einem Majoract üblich, bekam Lina Maly für ihr Debüt jede Menge Hilfskräfte in Form von Produzenten und Songwritern zur Seite gestellt. Und wer würde sich als Newcomer schon dagegen wehren? Dass diese externen Einflüsse trotzdem immer dazu beitragen, dass das Ergebnis oft nicht zu 100% dem Künstler entspricht, liegt in der Natur der Dinge. Ein Wohl, wer sich in Zukunft ein bisschen dagegen auflehnt und erlaubt bekommt, die großzügige Hilfestellung auf ein Mindestmaß reduzieren zu dürfen. So stammen Musik und Texte zu Lina Malys zweitem Album „Könnten Augen alles sehen“ fast komplett von ihr. Als Produzenten fungierten Sven Ludwig (Tim Bendzko, OK Kid, Madsen, Max Mutzke) und Jochen Naaf (PeterLicht, Bosse, Maxim, Jennifer Rostock).

Bild

So erscheint „Könnten Augen alles sehen“ eine Spur konsequenter als der Vorgänger, ohne introvertiert zu sein. Stücke wie „Mond“ oder auch „Ihr seid mir egal“ erheben durchaus Anspruch auf die Charts, fallen aber dennoch als handgemachter Songwriter-Pop auf, der natürliche Akzente wie Piano und Gitarren mit eingängigen Melodien und Beats kombiniert. Dabei entstanden schöne Halbballaden wie „Unterwegs“, aber auch treibende Rhythmen („Ich freue mich“) – also Popmusik mit modernem Anspruch, aber dennoch klassisch und ohne Düstermeier-Attitüde, auch wenn sich die Texte mal um ernste Themen drehen („Ich lass los“).

Fazit: Mit „Könnten Augen alles sehen“ geht Lina Maly ihren Weg selbstbewusst weiter und findet einen guten Mittelweg zwischen Dramaqueen („Was du mir gibst“) und Pop-Liedermacherin („Schnee fällt von allein“), ohne dabei ins Extrem zu gehen. So darf es gerne weitergehen.

Anspieltipps:

  • Mond
  • Nomade
  • Unterwegs
  • Ich lass los
  • Schnee fällt von allein
Neue Kritiken im Genre „Songwriter-Pop“
6/10

Nie Wieder Allein EP
  • 2019    
Diskutiere über „Lina Maly“
comments powered by Disqus