The Rolling Stones - Honk - Cover
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The Rolling Stones Honk


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 197 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist Zahltag, Baby! Die ehrwürdigen Rolling Stones bescheren der Welt eine weitere Hit-Sammlung.

Hoppla, wie geil ist das denn? Eine Best-Of-Platte der Rolling Stones! Einfach so. Mit einem super-originellen Titel und dann gleich auf zwei CDs mit 36 Songs plus Bonus-Live-CD. Die hat auch noch mal zehn Lieder. Das hat es noch nie gegeben. Das ist unglaublich! Doch genug der Ironie. Universal Music und die betagten Alt-Rocker aus dem Vereinigtem Königreich machen nämlich keine Scherze und bringen mit „Honk“ tatsächlich eine, äh, brandneue Hit-Sammlung der Rolling Stones auf den Markt. Vielleicht, um damit eine ganz neue Käuferschicht bzw. um eine, zwei oder drei jüngere Generationen zu erreichen. Wir wissen es nicht.

Aber blicken wir einmal der Realität ins Auge: Live-Mitschnitte der Stones erscheinen mehrfach pro Jahr, der Backkatalog wird seit Ewigkeiten in allen möglichen Formen immer wieder neu ausgewertet und wenn gar nichts mehr hilft, wird einfach irgendein neuer Sampler auf den Markt geschmissen. Jetzt heißt das Ding eben „Honk“ – und wir versuchen irgendwie das Positive daran ausfindig zu machen. So kommt die Doppel-CD mit Songs aller regulären Studioalben, beginnend in den 70er Jahren, bis 2005 daher. Sprich: „Sticky Fingers“ (04/1971), „Exile On Main Street“ (05/1972), „Goat’s Head Soup“ (08/1973), „It’s Only Rock ’n’ Roll“ (10/1974), „Black And Blue“ (04/1976), „Some Girls“ (06/1978), „Emotional Rescue“ (06/1980), „Tattoo You“ (08/1981), „Undercover“ (11/1983), „Dirty Work“ (03/1986), „Steel Wheels“ (08/1989), „Voodoo Lounge“ (07/1994), „Bridges To Babylon“ (09/1997) und „A Bigger Bang“ (09/2005).

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Wer die seligen 60er Jahre und Alben wie „Let It Bleed“ (12/1969) oder auch „Beggars Banquet“ (12/1968) ausblenden kann, ist dies okay, auch wenn dadurch natürlich ein paar wichtige Titel wie „Gimme shelter“, „Midnight rambler“, „You can’t always get what you want“, „Sympathy for the devil“ und „Street fighting man“ fehlen.

Darüber hinaus serviert „Honk“ den 2012er Track „Doom & gloom“ vom „Grrr!“ Jubiläumssampler (2012) sowie „Just your fool“, „Ride ‘em down“ und „Hate to see you go“ vom „Blue & Lonesome“ Live-Studioalbum (2016). Die Bonus-Live-CD beschränkt sich dagegen auf zehn Aufnahmen der vergangenen sechs, sieben Jahre bzw. der „50 And Counting”-, „The Zip Code”- und der „No Filter”-Tour. Damit erhält der Fan zumindest ein kleines Update davon, wie das Quartett aktuell live klingt. In vier Fällen wurden sogar Kollaborationen mit berühmten Kollegen herangezogen, so dass Klassiker wie „Beast of burden“ (Ed Sheeran), „Bitch“ (Dave Grohl), „Wild horses“ (Florence + The Machine) und „Dead flowers“ (Brad Paisley) grundsätzlich etwas anders als gewohnt aus den Boxen dröhnen.

Tja, und trotzdem: Was soll das nun wirklich? It’s all about the money! Einen tieferen Sinn oder künstlerischen Aspekt gibt es bei „Honk“ nicht – und den Stones scheint es auch egal zu sein. Die Band befindet sich gefühlt seit Jahren auf Dauertournee, die aktuell nur deshalb unterbrochen wurde, weil sich Frontmann Mick Jagger (75) überraschend einer Herz-OP unterziehen musste. Allerdings geht es dem achtfachen Vater schon wieder besser. Es kann also nicht lange dauern, bis die „No Filter“-Tour wiederaufgenommen und an einem angeblichen neuen Studioalbum gearbeitet werden kann. Dies würde dann auch wieder Sinn ergeben und die Fans können sich überlegen, ob sie ein weiteres Mal Geld in hinlänglich bekannte Songs investieren möchten, die hier zwar remastert vorliegen, allerdings „nur“ in den 2009er Versionen.

Ach ja, bitte merken: Mit „Bridges To Bremen“ erscheint in zwei Monaten bereits das nächste Live-Album der Stones. Dies nur mal so am Rande…

Anspieltipps:

  • Bitch
  • Miss you
  • Respectable
  • Wild horses
  • Brown sugar
  • Mixed emotions
  • You got me rocking
  • Waiting on a friend
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