LSD - LSD - Cover
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LSD LSD


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Labrinth, Sia. und Diplo sind LSD, die für frischen Wind auf dem Popmarkt sorgen wollen.

Wenn sich mehrere Künstler zusammentun, die solo bereits unheimlich erfolgreich sind, regt dies immer wieder die Fantasie der Hörer an, die von so einer Kooperation noch einmal einen zusätzlichen Qualitätssprung und nicht weniger als einen Geniestreich erwarten. Dass diese Hoffnungen bei den meisten sogenannten Supergruppen nicht aufgehen, ist allerdings die Regel. Aber träumen bleibt erlaubt. Und deshalb steht seit einiger Zeit das Projekt LSD im Fokus, das sich als internationaler Pop-Überflieger in Stellung gebracht hat.

LSD besteht aus dem britischen Sänger und Rapper Labrinth alias Timothy Lee McKenzie (30), der australischen Sängerin und Songschreiberin Sia. alias Sia Kate Isobelle Furler (43) sowie dem US-amerikanischen DJ und Produzenten Thomas Wesley Pentz alias Diplo (39). Gemeinsam veröffentlichte das Trio im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres die Singles „Genius“, „Audio“ und „Thunderclouds“, die zusammen auf mehr als 600 Millionen Streams und 1,2 Millionen verkaufte Einheiten kommen.

Keine wichtige Hitparade auf dieser Welt war sicher vor LSD – und nun erscheint das mit 31 Minuten Spielzeit recht kurze geratene Longplay-Debüt von Labrinth, Sia. und Diplo, das mit zehn stylisch ausgearbeiteten Soundkulissen zwischen Pop, HipHop und Electro daherkommt. Dabei ist das Verlangen nach einem eigenständigen Stil bei den dreien stets allgegenwärtig und gewiss auch eine der Triebfedern im Studio gewesen. Denn nichts ist schlimmer als Pop-Acts, die alle gleich klingen.

So ist den Tracks anzuhören, dass sie nicht als Auftragsarbeiten für irgendwelche Stars geschrieben wurden, die dringend einen neuen Hit brauchen, sondern dass hier eine eigenständige Wirkkraft erzielt werden soll, die Lust auf Experimente verströmt und mit frischen Ideen ausgestattet ist. Das geht ab und zu zwar zulasten der Eingängigkeit, doch das sollte sowieso nicht das oberste Ziel in der Popmusik sein. Auf diese Weise vollbringen LSD zwar keine Wunderdinge, legen aber trotzdem ein interessantes Werk vor, das sich ein kleines bisschen abseits der Norm bewegt – und das ist auch gut so.

Anspieltipps:

  • Audio
  • Thunderclouds
  • Angel in you eyes
  • Genius (Lil Wayne Remix)
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