Duff McKagan - Tenderness - Cover
Große Ansicht

Duff McKagan Tenderness


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Soloalbum des Guns-N'-Roses-Bassisten findet auf Basis von Country- und Folk-Klängen statt.

Als Bassist von Guns N' Roses war Duff McKagan (55) natürlich auch an der Live-Widerauferstehung der Band im mehr oder weniger Original-Line-up beteiligt. Was kaum jemand für möglich gehalten hat, ereignete sich in Form der „Not In This Lifetime“-Tour mit 159 Konzerten, die von April 2016 bis Dezember 2018 2½ Jahre lang über den Globus walzte und 563 Millionen Dollar einspielte. Jetzt fehlt zum vollendeten Glück der Fans nur noch ein Album in der klassischen Band-Besetzung, das qualitativ allerdings unter einem gewaltigen Druck stehen dürfte. Doch bis es eventuell soweit kommt, widmet sich Duff McKagan auch schon wieder neuen Aufgaben. Schließlich zählt der zu den umtriebigsten GNR-Mitgliedern.

So wirkte er in den vergangenen Jahren am Projekt Walking Papers mit und spielte zuvor in Bands wie Loaded, 10 Minute Warning, Velvet Revolver und den Neurotic Outsiders. Zudem ist der 55-Jährige Autor des Buchs „It´s So Easy... und andere Lügen“ (10/2012), in dem er seine Lebensbeichte aufgeschrieben hat. Als Solokünstler hat McKagan bisher nur einen Longplayer auf den Markt gebracht („Believe In Me“, 1993), nachdem sein im Jahr 1999 geplantes Zweitwerk „Beautiful Disease“ im Giftschrank der Plattenfirma verschwand. Doch nun legt der Amerikaner mit „Tenderness“ nach, auf dem er die Ereignisse der vergangenen Jahre verarbeitet hat.

Bild

„Tenderness“ wurde von Shooter Jennings (40), Sohn der Country-Legende Waylon Jennings produziert, der u.a. schon Alben von Billy Ray Cyrus, Brandi Carlile und Jessi Colter betreute. Damit sendet schon die Produzentenwahl eindeutige Signale, in welche Richtung das Album gehen könnte. Und nein, es hat auch kein Bandmitglied von Guns ‘N Roses einen werbeträchtigen Part auf „Tenderness“. Dieses Album will anders sein und es ist anders! Im Fall von „Tenderness“ sind dies akustische Grundelemente aus Country und Folk und eine Erzählweise in Singer/Songwriter-Manier.

Fakt ist: Für beinharte Hardrock-Fans hat Duff McKagan dieses Album gewiss nicht geschrieben. Diese müssen sich irgendwie mit dem Sound des Longplayers arrangieren, der auf sanfte Klänge setzt und dabei viel von McKagans Verständnis für liebliche Melodien und angenehme Harmonien offenbart („Tenderness“, „Wasted heart“, „Last september“). Nur selten wird es dabei etwas rockiger („Chip away“). Stattdessen rückt der 55-Jährige dramatische Inhalte in den Vordergrund („Parkland“), lädt den Hörer zum Schunkeln ein („Breaking rocks“) und beendet das Werk ganz als Profi mit einem epischen Stück („Don’t look behind you“).

Fazit: Auch wenn der geneigte Fan wohl lieber ein neues GNR-Werk in den Händen halten würde, ist „Tenderness“ dennoch ein gelungener Ausflug in Country- und Folk-Gefilde, mit dem Duff McKagan nach seinem „It´s So Easy... und andere Lügen“-Buch nun auch eine musikalische Vergangenheitsbewältigung vorlegt.

Anspieltipps:

  • Feel
  • Parkland
  • Last september
  • It’s not too late
  • Don’t look behind you
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

London Calling (40th Anniversary Edition)
  • 2019    
Diskutiere über „Duff McKagan“
comments powered by Disqus