Andy Black - The Ghost Of Ohio - Cover
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Andy Black The Ghost Of Ohio


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Andrew Biersack goes Pop! Dazu liefert der Kopf der Black Veil Brides ein Konzeptalbum über Kindheitsängste, Obsessionen und Spukgeschichten ab.

Andrew Biersack, besser bekannt als Andy Sixx bzw. Andy Black (28) ist der Gründer, Sänger und einziges verbliebenes Originalmitglied der US-Rockband Black Veil Brides, die seit 2006 aktiv ist und bis dato fünf Longplayer auf den Markt gebracht hat. Musikalisch sind die Black Veil Brides in der Emo-Rock/Metalcore-Ecke verwurzelt, wobei ihr Sound durchaus als massentauglich gilt, was insbesondere auf den heimischen US-Markt zutrifft. Frontmann Andy Black veröffentlichte vor drei Jahren mit „The Shadow Side“ (05/2016) sein erstes Soloalbum, auf dem er den härteren Klängen seiner Band abschwor und in poppigere Gefilde vordrang.

Fans und Kritikern gefiel das Ergebnis, was sich weltweit in guten Chart-Platzierungen niederschlug. Die Schattenseite des Erfolgs: Die Black Veil Brides gelten inzwischen als Wackelkandidat, was das Fortbestehen der Band anbetrifft. Ein Umstand, der durch das zweite Solowerk des 28-Jährigen zusätzlich befeuert wird. Dieses hört auf den Titel „The Ghost Of Ohio“ und ist Hauptbestandteil einer semi-autobiografischen Erzählung über Kindheitsängste, Obsessionen und Spukgeschichten, die über Blacks Heimatort im Südwesten Ohios erzählt werden. Als Ergänzung zur Musik erscheint ein Comic-Roman, der von Eryck Donovan (Batman) gezeichnet wurde und auf einer Idee von Josh Frankel und Sridhar Reddy basiert.

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Für „The Ghost Of Ohio“ hat Andy Black die wohl melodischsten Stücke seiner Karriere geschrieben. Er entfernt sich damit so deutlich wie noch nie von den Black Veil Brides und landet mit Tracks wie „Westwood road“ oder auch „Know one“ reinrassige Popsongs, die rhythmusbetont und tanzbar sind. Dadurch dürfte für viele beinharte BVB-Fans (damit sind keine schwarz-gelben Zecken gemeint) ein Kulturschock vor dem Herrn besiegelt sein. Einziger Ausweg: Die letzten Rock-Blutstropfen in hymnischen Songs wie „The promise“ und „Soul like me“ aufsaugen und genießen.

Die Plattenfirma darf sich dagegen über eingängige Pop-Punk-Tracks wie „The wind & spark“ bzw. Breitwand-Power-Balladen wie den Titeltrack freuen, die sicher auch als Singleauskopplungen funktionieren dürften. Hier zahlt sich aus, dass mit Neal Avron (Simple Plan,Twenty One Pilots, All Time Low, Weezer, Fall Out Boy, 30 Seconds To Mars, The Used, Linkin Park) ein ausgewiesener Spezialist für solche Klänge an Bord geholt wurde, der „The Ghost Of Ohio“ einen satten Mainstream-Anstrich verpasst hat, der die Fangemeinde der Black Veil Brides spalten könnte. Dabei sollte aber respektiert werden, dass das vorliegende Album rein handwerklich großes Mainstream-Kino ist.

Anspieltipps:

  • The promise
  • Soul like me
  • Ghost of Ohio
  • The wind & spark
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