Greg Holden - World War Me - Cover
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Greg Holden World War Me


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 35 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Für die Massen. Die millionste Variante von Popmusik versteckt hinter einer Singer/Songwriter-Fassade.

Gestartet als große Singer/Songwriter-Hoffnung, endete Greg Holdens Traum von der großen Karriere jäh, als ihn Warner Bros. im Jahr 2016 rausschmiss und Holden sich einer waschechten Existenzkrise samt Selbstzweifeln konfrontiert sah. Einige seiner Songs wurden zu kleineren Hits und unterstützten Hilfsorganisationen wie „The Lost Boy“, das dem Roten Kreuz 80.000 Dollar einbrachte und prominent in der Hitserie „Sons Of Anarchy“ eingesetzt wurde, weiter ist er Co-Songwriter der Debütsingle des American Idol-Gewinners Phillip Phillips.

Für sein neues Album zog sich Greg Holden zurück und produzierte es im Alleingang in seinem Homestudio in Los Angeles. Bei manchen Songs wurde er von der Singer/Songwriterin und guten Freundin Garrison Starr unterstützt. Musikalisch vertraut der 35-Jährige weiterhin den bekannten Pfaden. So liefert ein Stück wie „Nothing Changes“ vorhersehbaren Pop, der sich hinter einer Singer/Songwriter-Fassade versteckt, um tiefgründiger zu klingen, als er eigentlich ist. „Something Beautiful“ verfolgt eine ähnliche Spur. Straighter Beat, mit Delay-versetzte Single-Notes auf der Gitarre, dann der eingängige Refrain. Das hätte Ed Sheeran nicht besser machen können.

Genauso belanglos und radiofreundlich klingen leider die meisten Songs auf „World War Me“. So versucht „Chase The Money“ atmosphärisch zu sein und sozialkritische Lyrics unterzubringen, während „What I Deserve“ dagegen erfolglos U2 zu imitieren versucht und ins moderne Radio drängt. „The Power Shift“ beginnt mit Synthies aus den Achtzigern und beinahe rockigem Beat. Das klingt schon etwas besser, der nicht wirklich eigenständige Gesang des Schotten und die bekannte Hooks lassen jedoch auch diesen Song in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Tracks wie „On The Run“, der einen guten Popsong abgibt und nicht wirklich wehtut, „Temptation“ groovt sogar einigermaßen lässig daher. Insgesamt muss allerdings festgehalten werden, dass Greg Holden mit seinem neuen Longplayer nicht wirklich Eindruck schindet. Der Hörer mag sich fragen, warum er sich gezielt diese Musik kaufen soll, wenn er einfach nur das Radio anmachen oder eine x-beliebige Pop-Playlist laufen lassen könnte. Denn 90 Prozent der Songs hören sich genauso an wie hier.

Fazit: Der famos gestartete Schotte liefert auf „World War Me“ zu wenig Eigenständigkeit und stattdessen zu viel Einheitsbrei.

Anspieltipps:

  • On The Run
  • Temptation

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