Feeder - Tallulah - Cover
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Feeder Tallulah


  • Label: Believe Digital/SOULFOOD
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf Album Nummer zehn klingen Feeder erstmals richtig erwachsen, ohne dass es den Songs dabei an Dynamik und Härte fehlt.

Wie doch die Zeit vergeht! Feeder, die scheinbar immer junge Band aus Wales, stürmt munter auf ihr 30-jähriges Band-Jubiläum zu, das Taka Hirose (Bass), Grant Nicholas (Gesang, Gitarre) sowie Karl Brazil (Schlagzeug) als inoffizielles drittes Mitglied in drei Jahren erreichen. Ihren 25. Geburtstag feierten Feeder vor zwei Jahren mit einem üppigen „Best Of“-Doppelalbum (09/2017), das als Luxusausgabe sogar noch einen dritten Silberling namens „Arrow“ beinhaltet, auf dem quasi ein vollständiges neues Studioalbum untergebracht ist. Somit legen Feeder – je nach Zählweise – mit „Tallulah“ nun ihr zehntes bzw. elftes Werk vor, das auf den 2016er Longplayer „All Bright Electric“ folgt, mit dem Feeder den Weg zurück in die Top 10 der britischen Album-Charts fanden.

Nachdem die Band in den Nullerjahren ihren kommerziellen Höhepunkt erreicht hatte und in allen wichtigen Hitparaden eine Rolle spielte, mussten Feeder zum Ende des Jahrzehnts etwas kleinere Brötchen backen. Dennoch blieben die Waliser stets auf dem Radar der Fans und lieferten verlässlich solide Longplayer ab. Beim Schreiben und Aufnehmen neuer Songs können sich Feeder übrigens Zeit lassen, weil sie keine teuren Studiotempel anmieten müssen, sondern gemütlich im heimischen Treehouse Studio werkeln und neue Dinge ausprobieren können. So dauert es inzwischen eben drei bis vier Jahre, bis ein neues Werk fertiggestellt ist.

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Aus dieser komfortablen Situation heraus, konnte sich Grant Nicholas beim Schreiben so richtig austoben, besann sich am Ende aber doch auf das klassische Albumformat mit einem Dutzend Songs und einer Dreiviertelstunde Spielzeit. Dabei kam mit „Tallulah“, benannt nach Grant Nicholas‘ Tochter, ein schmissiges Rockalbum mit Zutaten aus Pop und Punk heraus, das an die alten Feeder-Zeiten erinnert. Spaß ist also garantiert, wenn Feeder mit kernigen Riffs („Fear of flying“), einschmeichelnden Melodien („Blue sky blue“) und Reminiszenzen an den BritRock der 90er Jahre („Daily habit“) wuchern.

„Tallulah“ ist dann auch der erste Track, genau in der Mitte des Albums, der ein wenig das Tempo rausnimmt. Damit beginnt die zweite Hälfte des Longplayers, die insgesamt etwas den Fuß vom Gas nimmt und dadurch dynamischer und verspielter daherkommt. Was anfänglich wie ein kleiner Bruch wirkt, entpuppt sich nach und nach als kluger Schachzug, der dem Spannungserhalt zugutekommt und „Tallulah“ zum kohärentesten Feeder-Longplayer der vergangenen zehn Jahre macht. Fazit: Mit Anfang 50 klingen Taka Hirose und Grant Nicholas erstmals richtig erwachsen. Und das ist auch gut so.

Anspieltipps:

  • Kyoto
  • Windmill
  • Daily habit
  • Blue sky blue
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