Rammstein - Rammstein - Cover
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Rammstein Rammstein


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die lange ersehnte Rückkehr mit Studioalbum Nummer sieben und - quasi wie immer - elf neuen Songs.

Als am 28. März 2019 das Video zur neuen Single „Deutschland“ veröffentlicht wurde, war endlich klar, dass nach vielen Gerüchten und Andeutungen ein neuer Longplayer aus dem Hause Rammstein auf den Markt kommen würde – eine halbe Ewigkeit nach dem „Liebe ist für alle da“-Album (10/2009). Zwar wurde die Zeit dazwischen mit verschiedenen Katalog- und auch Solo-Veröffentlichungen einigermaßen gut überbrückt, doch mehr als neun Jahre auf ein neues Album zu warten, ist absolut nicht normal, zeigt aber die Dimensionen, in denen sich die im Jahr 1994 gegründeten Band bewegt.

Mit dem selbstbetiteln (ist dies ein Zeichen für Abschied?) siebten Studioalbum, das in der Abgeschiedenheit der französischen Provence nahe Avignon im Studio La Fabrique aufgenommen und an den Reglern von Olsen Involtini (Emigrate, Bela B, Marteria, Die Fantastischen Vier, Peter Fox, Seeed, Unheilig) betreut wurde, hält die Band an ihrer Tradition fest, nie mehr als ein Dutzend Songs abzuliefern. Damit wird zum einen die Spieldauer einer klassischen LP eingehalten und zum anderen nur wenig Raum für Leerlauf gelassen, auch wenn die Rammstein-Historie zeigt, dass sich nicht nur starke Tracks auf ihren Alben befinden, von denen sie bis dato mehr als 20 Millionen Einheiten verkauft haben.

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Einen echten Ausfall haben die Berliner allerdings noch nie abgeliefert. Und so verhält es sich auch mit „Rammstein“. Das Album vereint alle Stärken der Band, spielt gekonnt an diversen Stellen mit Selbstzitaten und verteidigt damit locker den Status, den sich Lindemann und Co. in all den Jahren erarbeitet haben. Dabei vermeiden Rammstein unnötige Experimente, die die Bandmitglieder dann in ihren Soloprojekten rauslassen und konzentrieren sich stattdessen auf das, was die Fans von ihnen hören wollen. Und so liefern Rammstein dann auch amtlich ab!

Scheinbar altvertraut, aber dennoch frisch, meißelt das Sextett elektronische Klänge („Deutschland“), mächtige Metal-Riffs („Radio“) und Industrial-Vibes („Tattoo“) ins Gestein. Dies paaren sie wie immer mit kontrovers-düsteren, mitunter kalkuliert provozierenden Texten („Puppe“), die zwar nicht immer die gewohnte Tiefe erreichen („Diamant“), aber im Vergleich zu den meisten anderen Bands mit deutschen Lyrics immer noch den entscheidenden Unterschied ausmachen. In diesem Zusammenhang haben sicher auch Rammstein in all den Jahren einen Wandel hinter sich gebracht, doch mehr als einen schwachen Song („Hallomann“) leisten sie sich heuer dennoch nicht.

Ein großflächiges Sezieren der Inhalte wollen wir uns an dieser Stelle sparen. Ein Blick auf die kompakten Songtitel reicht in der Regel, um zu erahnen, wohin die Reise geht. Die restliche Kopfarbeit obliegt dem Hörer. Entdeckt er dahinter ein Konzept oder ist es nur eine (zufällige) Aneinanderreihung von Titeln? Ergibt das Ganze einen Sinn oder ist es am Reißbrett entworfener Wahnsinn? Am Ende sind diese Fragen eh egal. Denn der Kultstatus von Rammstein kommt nicht von ungefähr. Und Fakt ist: Die Musik und die Texte versetzen die Gehirne der Menschen in Bewegung. Frage: Wie häufig passiert dies heutzutage noch beim Genuss von aktueller Musik?

Anspieltipps:

  • Radio
  • Puppe
  • Tattoo
  • Diamant
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6.5/10

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  • 2019    
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