Pixx - Small Mercies - Cover
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Pixx Small Mercies


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Pixx spezialisieren sich weiter auf ihren Glamour aus der Garage und wandeln scheinbar willkürlich zwischen Pop und Rock.

Pixx gehört definitiv zu den interessanteren Musikern ihrer Zeit. Nicht weil sie das Rad neu erfindet, sondern weil sie einen Faden aufnimmt, an den sich nicht viele Musiker herantrauen. Ihre Mischung aus ADHS-Synthie-Klängen, Garage-Geschrammel und verträumtem Singsang lässt sich schwer in ein Jahrzehnt einordnen. Die auf den bürgerlichen Namen Hannah Rodgers hörende Musikerin hat auf „Small Mercies“ 13 relativ geradlinige Balladen und Hymnen geschrieben, die sich durch eine ungewöhnliche Vertonung hervorheben. Das poliert das Pixx-Image erfolgreich auf, lässt jedoch keinen weiteren Schluss zu, für welche Art von Musik diese Musikerin stehen will.

Gerade das macht Pixx für einige Hörer spannend, auch wenn dieser Umstand viel Frustrationspotenzial mit sich bringt. Auch wenn das Album stolpernd loslegt, sind die Schritte nach vorne unverkennbar. „Disgrace“ und „Small Mercies“ sind feine, wenn auch wie von der Hektik eines „88205Empire“ getrieben. Die rasenden, scheinbar umherirrenden Klänge treiben Hörern den Schweiß auf die Stirn, selbst wenn Pixx selber ätherisch ins Mikrofon wispert. Ähnlich wie bei besagtem Kasabian-Album ist auf „Small Mercies“ aber auch viel Mut zu erkennen. Mal geht das Risiko in Rock-Ausflügen wie „Bitch“ und „Hysterical“ dank starker Melodien gut, doch spätestens „Mary Magdalene“ offenbart, dass diese Songs überhaupt nicht zum Rest des Albums passen.

Gleichzeitig sind „Bitch“ und „Hysterical“ willkommene Ablenkungen von eintönigen Synth-Nummern wie „Peanuts Grow Underground“ und „Eruption 24“. Letztere Stücke scheinen ähnlich wie der Opener „Andean Condor“ eher Statement sein zu wollen. Inhaltlich transportieren diese Lieder beispielsweise die Unterdrückung von diversen Bevölkerungsgruppen, aber musikalisch verpasst Pixx es, die Hörer mit ihren Botschaften abzuholen. Hinzukommt, dass das Album mit Stilrichtungen um sich wirft und sich keine der Stimmungen festsetzt.

Auf „Small Mercies“ sind zwei potenziell gute EPs vorzufinden, die im Alleingang den definitiven Fortschritt einer Künstlerin bedeuten könnten. Stattdessen fühlt sich Pixx’ neues Album nicht mutig, sondern verzweifelt an. Die Künstlerin scheint nicht loslassen zu können und bringt sich selbst aus der Balance. „Small Mercies“ ist ein mit Ideen vollgestopftes Album, die selten zusammenfinden. Getreu dem Cover finden Hörer in diesem Haus unterschiedlich eingerichtete (Klang-)Räume vor, die zwischen abenteuerlich und Stil verirrt anmuten.

Anspieltipps:

  • Disgrace
  • Duck Out
  • Hysterical

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