Fat White Family - Serfs Up! - Cover
Große Ansicht

Fat White Family Serfs Up!


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Zu verkopft, zu angestrengt kommt der mit New Wave und Brit-Pop gespickte Sound der Fat White Family daher.

Beim ersten Album der Band, das auf den Namen „Champagne Holocaust“ hört, konnte man Fat White Family noch als junge Band, die um jeden Preis Aufmerksamkeit generieren will, abtun. In den letzten sechs Jahren gab es noch das zwischenzeitliche „Songs For Our Mothers“, das im UK in die Charts einstieg und ausgiebige Tourneen und Konzerte, sowie die Platzierung der Single „Whitest Boy On The Beach“ im Abspann des Fortsetzung des Kultfilms Trainspotting.

Das dritte Album des Kollektivs um Sänger Lias Saoudi hört auf den Namen „Serf’s Up“ und beginnt vielversprechend. Der düstere Electropopper „Feet“ wartet mit deutlichen New Wave_Verweisen auf und klingt nach einem Gemisch aus den Talking Heads, Bob Geldof und den Fun Lovin‘ Criminals. Die jazzigen Einflüsse und Melancholie in „Vagina Dentata“ transportieren ganz gut die Betrübnis und Trübsal in britischen Vorstädten, während die gregorianischen Chöre im Intro zum groovigen „Tastes Good With The Money“ überraschen und „When I Leave“ mit leichten Roadmovie-Elementen aufwartet.

Auf „Serf’s Up“ liefern Fat White Family ein Gemisch aus Brit-Pop, New Wave, Avantgarde, Electro und Lo-Fi, allerdings geht diese Rezeptur etwas nach hinten los. Einerseits sind die Songs zu konstruiert, auf der anderen Seite zu wenig durchdacht. „I Believe In Something Better“ ist eine eintönige Electrospielerei, die an Kraftwerk erinnern soll, „Fringe Runner“ klingt genauso angestrengt und gewollt künstlerisch wie Blur bzw. Damon Albarn in ihren schlechten Zeiten, während „Kim’s Sunsets“ einfach langweilig ist.

Textlich versucht sich die Band in Tabubrüchen und leicht zu provozierenden Skandalen, was jedoch nur leidlich gelingt. Musikalisch nimmt sich die fette weiße Familie deutlich zu ernst und geht zu verkopft vor. Um wirklich so kunstvoll zu sein, wie sich die Band darstellt, fehlt es an guten Einfällen. So machen einige Songs des Albums zwar einen guten Eindruck, der überwiegende Teil der Platte erweist sich allerdings als gerade so durchschnittlich.

Anspieltipps:

  • Feet
  • Vagina Dentata
  • When I Leave

Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Fat White Family“
comments powered by Disqus