Bullet - Live - Cover
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Bullet Live


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 76 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die True-Metal-Gesellen aus Schweden legen ihr erstes Live-Album vor.

Die schwedische Heavy-Metal-Band Bullet mischt inzwischen seit 18 Jahren im internationalen Hartwurstzirkus mit und veröffentlichte in diesem Zeitraum sechs Studioalben. Die letzten drei erschienen bei den deutschen Labels Nuclear Blast und Steamhammer, die es hierzulande schafften, Bullet zu einer Top-50-Band zu machen. Mehr war für die Herren Hell Hofer (Gesang), Hampus Klang (Gitarre), Alexander Lyrbo (Gitarre), Gustav Hector (Bass) und Gustav Hjortsjö (Drums) aus kommerzieller Sicht bis jetzt nicht drin, was daran liegen könnte, dass die Schweden von Anfang an den Ruf hatten, die künstlerisch minderbemittelte Dumpfbacken-Ausgabe ihrer Landsleute von Sabaton zu sein, die ja ihrerseits mit ihren Kriegsgeschichten auch nicht gerade zu den Sahnetorten des Genres zählen.

Der letzte Studio-Langdreher des Quintetts erschien mit „Dust To Gold“ im Jahr 2018. Damit ging es natürlich wieder auf Tournee, auf der, genau wie zur Tour zum „Storm Of Blades“-Album (09/2014), die Bandmaschinen mitliefen, sodass nun endlich das erste Live-Album von Bullet vorliegt, das zum größten Teil auf Konzerten in Deutschland mitgeschnitten wurde. Mit 18 Songs bieten Bullet darauf einen Querschnitt durch alle Schaffensphasen an, beginnend bei ihrem Debüt-Minialbum aus dem Jahr 2003. Das bis jetzt noch immer aktuelle Studiowerk „Dust To Gold“ ist mit fünf Tracks vertreten.

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Mit diesem Best-Of-Mix haben Bullet eine gute Chance, all denen zu beweisen, die mit den Studio-Outputs noch nie viel anfangen konnten, dass sie zumindest auf der Bühne eine Macht sind und das Publikum vom kleinen Club bis hin zum Festival in Raserei versetzen können, ohne dass ihnen – wie im Studio – die (kreative) Luft ausgeht. Und siehe da: Für den Moment macht es durchaus Spaß, dem Old-School-Metal der fünf Schweden zuzuhören, wenn sie sich auf ihre größten „Hits“ konzentrieren. Dabei schießen sie immer wieder ihre ganz netten Dicke-Eier-Riffs aus der Hüfte („Turn it up loud“, „Bang your head“), während Sänger Hell Hofer mit seiner Udo-Dirkschneider-Gedächtnis-Quäke rostige Nägel gurgelt („Dusk til dawn“, „Rambling man“).

Auf diese Weise liefern Bullet ein knackiges 76-Minuten-Set auf zwei CDs ab, das freilich auch auf einen Silberling gepasst hätte. Als Doppelalbum im feschen Digipak macht „Live“ allerdings mehr her, was in Metal-Kreisen nicht ganz unwichtig ist. Denn wer ein in den 80er Jahren geeichter, langhaariger Kuttenträger ist, stellt sich eben noch immer gerne was zum anfassen und anschauen ins Regal. Frei nach dem Motto: Digital geh kacken! Dass Bullet dabei nie die Qualität der großen Metal-Combos aus den 80er Jahren erreichen: Geschenkt!

Anspieltipps:

  • Stay wild
  • Highway love
  • Bang you head
  • Bite the bullet
  • Turn it up loud
  • Speed and attack
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