Hayden Thorpe - Diviner - Cover
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Hayden Thorpe Diviner


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Hayden Thorpe macht sich aus dem Stand zu einer Referenz, was auf lange Sicht wohl mehr als ein hervorragendes Debütalbum wert sein wird.

Ob Hayden Thorpe nach mehr als 15 Jahren als Frontmann einer Band als Debütant gilt, ist Auslegungssache. Fest steht, dass Thorpe mit „Diviner“ das erste Mal auf eigenen Beinen steht und dabei einen Gesangsstil in den Vordergrund stellt, der auf Anhieb Liebe und Anfeindungen hervorrufen wird. Statt zu schreiben, dass Hayden Thorpe an andere Musiker erinnert, klingt „Diviner“ von Beginn an wie ein Werk, das in Zukunft als Referenz herhalten möchte, wenn sanftmütige Popstars sich an sphärischem Pop versuchen.

Dass der leicht 80er angehauchte Electro-Pop Thorpes inhaltlich nicht über die knapp 40 Minuten trägt, verkommt auf „Diviner“ zur Nebensache. Wenn „Earthly Needs“ im zweiten Anlauf daran scheitert, den hypnotisierenden Opener weiterzuentwickeln, sind Hörer immer noch dabei, die Wirkung dieser betörenden Stimme auszumachen. Es ist nicht auszuschließen, dass die ersten Hörer beim Single würdigen „Love Crimes“ schon abschalten, weil der Musiker keinen Millimeter von seiner Vision abweicht. Wie schon bei Thom Yorkes „The Eraser“ scheint das Konzept wichtiger, als ob nun ein einzelner Song zündet.

Aus diesem Grund zieht sich „Diviner“ trotz durchgehend guter Qualität und einer moderaten knappen Spieldauer. Das Faszinierende an Hayden Thorpes Werk ist allerdings auch nicht, dass die Lieder allesamt kopernikanische Musikrevolutionen sind, sondern dass auch die vermeintlichen schwächeren Momente des Albums nichts an der Ausstrahlung des Titeltracks oder auch des zugänglichen „Love Crimes“ einbüßen. Wen Thorpes Gesang jetzt noch emotional berührt, der wird kaum einen Weg um „Diviner“ finden. Thorpes Musik gehört zu jener selten gewordenen Sorte, die garantiert, dass Zuhörer entweder an allem oder gar nichts Gefallen finden.

Wahrscheinlich wird kein einzelner Titel auf diesem Album über den engeren Fan-Kreis hinaus den Pop-Kultur-Olymp erklingen. Und doch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in Zukunft hier und da Reviews auftauchen, wo es da heißt: klingt wie Hayden Thorpe. Ob das den Durchbruch bedeuten wird, sei dahingestellt. Ein popkultureller Ritterschlag ist es dagegen allemal.

Anspieltipps:

  • Love Crimes
  • Diviner
  • Anywhen

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