Max Raabe - MTV Unplugged - Cover
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Max Raabe MTV Unplugged


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 85 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„MTV Unplugged“ einmal anders. Max Raabe und sein Palastorchester legen einen rundum gelungenen Unplugged-Auftritt hin.

Wenn das Musikjahr Ende September auf die Zielgeraden einbiegt, dann ist die Zeit gekommen, in bereits mit Hinblick auf Weihnachten der die große Kasse gemacht wird. Dazu bringen Superstars entweder neue Studioalben auf den Markt oder werden mit Live-, Best-Of- bzw. Greatest-Hits-Werken sowie sündhaft-teuren Box-Sets vorstellig. Zu diese Liste der Gelddruckmaschinen gehört seit vielen Jahren auch die „MTV Unplugged“-Konzertreihe, die zwar in Sachen TV-Ausstrahlung keine besondere Relevanz mehr genießt, dafür umso intensiver auf Bild- und Tonträgern vermarket wird.

Die Ahnenreihe deutscher Musiker, die sich unplugged (also ohne Strom und Stecker) die Ehre gab, wird lang und länger und beinhaltet nicht nur deshalb inzwischen Namen, die nicht zwingend einen Superstarstatus innehaben. Auf diese Weise erscheinen die jährlichen Veröffentlichungen mittlerweile fast schon inflationär und wir warten nur noch darauf, dass auch Künstler aus dem Schlagerfach bei „MTV Unplugged“ auftreten dürfen. Bis es soweit ist, gesellt sich nun ein mindestens ebenso überraschender Act in die Liste deutschsprachiger MTV-Gäste: Max Raabe und seinem Palastorchester setzten die 23 bisher in Deutschland aufgezeichneten Unplugged-Konzerte fort.

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Max Raabe trug, ausgestattet mit der obligatorischen Gästeschar, bestehend aus Samy Deluxe, Namika, Herbert Grönemeyer, Lea, Pawel Popolski (alias Achim Hagemann), Lars Eidinger sowie dem finnischen Hardrock-Monster Mr. Lordi an zwei Tagen im Mai 2019 in Clärchens Ballhaus in Berlin Mitte insgesamt 27 Stücke vor, die sich als herrlich stimmige Chanson-Revue in die Ohren schleichen. Dabei macht Max Raabe noch einmal deutlich, dass sein Repertoire längst nicht mehr ausschließlich aus Liedern im Stil der 20er Jahre besteht. Inzwischen haben sich moderne Kompositionen in sein Werk integriert, die sich perfekt in seinen einzigartigen Stil integrieren.

Was bei diesem Doppelalbum auffällt: Applaus und andere Publikumsreaktionen finden zwischen den Songs kaum statt. Stattdessen werden die Stücke kurz und knackig im 3-Minuten-Takt – stilvoll, aber ohne Schnickschnack – dargeboten, dass es eine wahre Freude ist. Dafür sorgen auch die mitunter sehr launigen Auftritte von Kollegen wie Samy Deluxe und Mr. Lordi, die wie von einem anderen Planeten in der Revue-Welt von Max Raabe gelandet sind. Auf diese Weise ergibt sich ein tolles Programm aus vielen bekannten Eigenkompositionen („Kein Schwein ruft mich an“, „Für Frauen ist das kein Problem“), überraschenden Coverversionen („Mambo“) und Klassikern von Kurt Weil, Irving Berlin, Cole Porter und The Mills Brothers, die sich zu einem ungewöhnlichen, aber rundum gelungenen Unplugged-Konzert vereinen.

Anspieltipps:

  • Avalon
  • Alabama Song
  • Cheek to cheek
  • Moritat von Mackie Messer
  • Küssen kann man nicht alleine
  • Wochenend und Sonnenschein
  • Kein Schwein ruft mich an / Polka
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