Hollywood Vampires - Rise - Cover
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Hollywood Vampires Rise


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album der Superstartruppe (Joe Perry, Johnny Depp und Alice Cooper).

Als vor knapp vier Jahren das selbstbetitelte Debütalbum der Hollywood Vampires erschien, lag der süße Duft einer Sensation in der Luft: Der Hobbymusiker und millionenschwere Schauspieler Johnny Depp (56) reaktivierte den legendären Club der Hollywood Vampires aus den 60er Jahren, der eine Art kreatives Saufgelage im Bar-Room des Rainbow Bar & Grill in West Hollywood darstellte und aus zahlreichen berühmten Persönlichkeiten bestand. Hierzu holte er seine Kumpels Alice Cooper (71) und Aerosmith-Gitarrist Joe Perry (68) ins Boot, sowie Gaststars wie Paul McCartney, Dave Grohl (Foo Fighters), Robbie Krieger (The Doors), Joe Walsh (Eagles), Perry Farrell (Jane´s Addiction), Brian Johnson (AC/DC) oder auch Slash (Guns N´ Roses).

Leider war das Ergebnis der Sessions nur ein müder Aufgalopp alternder Stars, die im Verbund ein paar Big-Hits der Rockgeschichte neu eingespielt haben. Prädikat: Nett, aber überflüssig. Dennoch haben die Hollywood Vampires überlebt, auch wenn die Chartplatzierungen lediglich von mittelprächtiger Natur waren. Scheiß der Hund drauf! Denn nun meldet sich das Trio, wenn auch nicht mehr auf einem Majorlabel, mit seinem zweiten Longplayer namens „Rise“ zurück und stellt diesen unter komplett veränderte Vorzeichen: Von den insgesamt 16 Tracks sind ein Dutzend Eigenkompositionen! Dazu zollt die Band als kleine Garnitur drei Kollegen Tribut, die viel zu früh verstorben sind. Nämlich David Bowie („Heroes“), Jim Carroll („People who died“) und Johnny Thunders („You can’t put your arms around a memory“).

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Das von Tommy Henriksen (Meat Loaf, Daughtry, Halestorm, Simple Plan) produzierte und zum Teil mitgeschriebene Album verzichtet bis auf Jeff Beck und John Waters auf große Namen in der Gästeliste und konzentriert sich damit auf das Wesentliche: Die Musik – und zwar ohne Netz (Coverversionen) und doppelten Boden (Stargäste). Leider tun sich die Herren Perry/Cooper/Depp/Henriksen dabei unerwartet schwer. Es ist ihnen zwar der Spaß an der Freude anzuhören, doch münzt diese Gaudi nicht in Songs, die sich nachhaltig im Gedächtnis festkrallen können, obwohl richtige Zutaten wie ein herrlich rumpelnder Bass, schmissige Gitarrenriffs und ein charaktervoller Gesang vorhanden sind.

Das reicht am Ende nicht, um über die Durchschnittsmarke hinauszukommen. Zwar holen die Hollywood Vampires aus dem als Coversong völlig ausgelutschten „Heroes“ holen überraschend das Maximum heraus, doch mit ihren Eigenkompositionen kann die Band nur selten überzeugen. Dazu klingen viele Stücke zu sehr nach B-Ware und einem Museumsbesuch im Dunkeln.

Anspieltipps:

  • Heroes
  • Mr. Spider
  • I want my now
  • Git from round me
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