The Slow Show - Lust And Learn - Cover
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The Slow Show Lust And Learn


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

The Slow Show bleiben ihrem Namen treu und bringen „Lust And Learn“ zu langsam in Bewegung, um das Album ins Rollen zu bringen.

Perfektionisten kennen den Gedankengang, das alles, was sie je getan haben, hätte besser sein können. Wer mit dieser Denkweise nicht zu selbstkritische umgeht, kann durchaus produktiv sein und sich verbessern. Stetige Steigerung und gesundes Hinterfragen eigener Ansätze ist nicht verkehrt. The Slow Show ist ein Album gelungen, das sich mit einem perfektionistischen Blick an vielen Stellen verbessern ließe, sodass ein tatsächlich starkes Album hätte entstehen können. Diese Feststellung ist neben einer Kritik ein Ausblick auf das vorhandene Potenzial einer Band, die sich um mehr betrogen hat.

Mal versteckt sich Rob Goodwin hinter seiner dunklen Stimme, dann trägt das Album im Hintergrund zu dick auf und nimmt sich mit einer zu berechnenden Stadion-Atmosphäre die emotionale Schlagkraft. „Eye To Eye“ und „Low“ hätten mit einem leicht anderen Ansatz ergreifende Rock-Songs für Gefühlvolle werden können. Die tatsächlichen Originale auf „Lust And Learn“ plätschern dagegen und überraschen in wenigen umwerfenden Momenten.

Mit Lautstärke und Geschwindigkeit hat diese Kritik nichts zu tun, da auch pompöse Klänge wie in „Hard To Hide“ ohne die Bedingungslosigkeit vorgetragen werden, die Hörer fühlen lässt. Zu Liedern wie „St. Louis“ lässt sich schmunzelnd schunkeln, doch von der kleinsten Ablenkung lassen sich diese Lieder beiseiteschieben. Am ehesten kommt „Lust And Learn“ einer gut gemeinten Umarmung, die nicht weiß, ob sie fest zu packen darf und wie sanft sie sein muss. Gegen diese Gefühllosigkeit findet das Album bei aller Nettigkeit kein Gegenmittelt.

Im besten Fall erinnert Goodwins Stimme an Leonard Cohen und der Klang an zögerliche The National, wobei diese Vorbilder nie zu einer überragenden Mischung zusammenfinden. Die Elemente sind gleichzeitig deutlich hörbar, sodass geneigte Hörer frustriert feststellen, dass sich „Loser’s Game“ und „Vagabond“ als potenzielle Hits positionieren, nur um sich dann nicht entfalten zu dürfen. Diese Highlights sind definitiv gute Songs, zeigen aber am offensichtlichsten, dass „Lust And Learn“ mehr als Mittelmaß hätte sein können.

Anspieltipps:

  • Vagabond
  • Loser’s Game
  • Low

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