Bruce Springsteen - Western Stars - Cover
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Bruce Springsteen Western Stars


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Autos, Highways, Wüsten, Heimat und Hoffnung: Der Boss kehrt zu seinen Singer/Songwriter-Wurzeln zurück, interpretiert diese aber auf eine gänzlich ungewohnte Art und Weise.

Obwohl das letzte Studioalbum von Bruce Springsteen (69), „High Hopes“ (01/2014), schon mehr als fünf Jahre auf dem Buckel hat, konnten sich seine Fans in der Zwischenzeit nicht über eine mangelnde Präsenz des Boss im Fach der Neuerscheinungen beklagen, auch wenn es sich mehr oder weniger „nur“ um Katalogware oder die Veröffentlichung seiner Biographie gehandelt hat. Wer wollte, konnte sich jedenfalls Jahr für Jahr mit Nachschub aus dem Hause Springsteen versorgen und muss auch in 2019 nicht in die Röhre schauen. Denn mit „Western Stars“ legt der 69-Jährige sein inzwischen 19. Studioalbum vor, auf dem er zur Abwechslung mal wieder ohne seine E Street Band agiert und stilistisch auf den Pfaden des Southern-California-Pop der späten 60er und frühen 70er Jahre unterwegs ist.

Nachdem Springsteen zwischen Oktober 2017 und Dezember 2018 sage und schreibe 236 „Springsteen On Broadway“-Shows im Walter Kerr Theatre in New York spielte, wurde es Zeit für ein neues Studioalbum. Dieses wurde in New Jersey, New York und Kalifornien zusammen mit dem Produzenten Ron Aniello (u.a. Shania Twain, Lifehouse, Candlebox, Gavin DeGraw, Patti Scialfa) aufgenommen und verkörpert wieder auf typische Art und Weise das Amerika aus der Sicht von Bruce Springsteen, auch wenn diesmal laute Gitarre fehlen und stattdessen Streicher und zartbesaitete Pop-Melodien erklingen.

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Auf diese Weise segelt Bruce Springsteen inhaltlich und musikalisch zwischen sehr ausgeprägtem Kitsch („Tuscon train“, „Sleepy Joes café“, „Sundown“) und äußerst überschaubarer Kunst („Chasin‘ wild horses“) und serviert dem Hörer romantische Roadmovie-Balladen mit ungewohnten Orchesterklängen („The Wayfarer“), die dem gesamten Album ihren Stempel aufdrücken. Dabei fällt einem immer wieder ein Vergleich ein: Burt Bacharach! Springsteen zitiert den Meister der schnulzigen Pop-Melodien, der damit die 60er und 70er Jahre prägte, mit Hingabe und trägt in fast jedem Song richtig fettes Hollywood-/Las-Vegas-Tamtam auf.

Schwer vorstellbar, dass mehr als die beinharten Springsteen-Fans dieses Werk mögen werden. Doch sei’s drum. Als einmaliger Ausrutscher sei „Western Stars“ verziehen. Schließlich wird Springsteen in diesem Jahr 70 Lenze alt. Irgendwann ist eben Schluss mit kernigen Rocksongs. Frag die Stones! Trotzdem muss festgehalten werden, dass man den Boss ähnlich vom Weg abgekommen nur noch in seiner orientierungslosen Phase Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre mit Alben wie „Tunnel Of Love“ (10/1987), „Human Touch“ und „Lucky Town“ (beide März 1992) erleben konnte.

Anspieltipps:

  • Stones
  • Western stars
  • Chasin‘ wild horses
  • Somewhere north of Nashville
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