Heather Nova - Pearl - Cover
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Heather Nova Pearl


  • Label: OMN Label Services
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

25 Jahre nach ihrem Durchbruch mit „Oyster“ begibt sich Heather Nova zurück zu ihren Wurzeln.

Vier Jahre nach „The Way It Feels“ (05/2015) meldet sich Heather Nova im Jubiläumsjahr ihres Durchbruchs mit dem „Oyster“-Album (10/1994) mit neuer Musik zurück. Wirklich geplant war dies allerdings nicht. Denn zum einen verdaut die 51-Jährige noch immer die Scheidung von ihrem Ehemann, mit dem sie 20 Jahren zusammen war und zu anderen benötigte Heather Nova erst einen kleinen Motivationskick von ihrem Produzenten Martin „Youth“ Glover (u.a. The Verve, U2, The Orb, Melanie C, Erasure, Crowded House, The Cult), der sie nach dem Hören erster Demos dazu ermutigte, genau in diese Richtung weiterzumachen.

Damit bewegt sich Heather Nova zurück zu ihren Wurzeln, nachdem ihr bei den letzten Alben vorgeworfen wurde, nur noch beliebigen Radio-Pop abzuliefern, der allerdings nur selten im Radio gespielt wurde. Ein Teufelskreis, aus dem auch mit „Pearl“ nur schwer zu entkommen sein wird. Denn auch wenn die Gitarren heuer deutlich lauter und rockiger zu Werke gehen („All the rivers“, „Rewild me“), ist die Eingängigkeit der Stücke stets oberstes Gebot. Inhaltlich taucht die bermudische Sängerin und Songschreiberin dagegen gerne eine Stufe tiefer.

So befand sich bereits auf „Oyster“ mit „Island“ ein Song, den Heather Nova über den Mann geschrieben hat, der sie sexuell missbrauchte. Auf „Pearl“ schließt sich nun der Kreis mit dem Stück „Over the fields“, das wiederum von diesem Mann handelt, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Heather Nova macht in dem Lied ihren Frieden mit ihm und vergibt ihm seine Tat. Darüber hinaus thematisiert sie – wie zu erwarten war – ihre Scheidung („The wounds we bled“, „Some things just come undone“) sowie die Me-Too-Bewegung und ihre angeborene Nähe zum Wasser und zur Natur.

Auf diese Art ist Heather Nova ein Longplayer geglückt, der ohne Längen und ohne esoterisches Geschwurbel auskommt. Stattdessen serviert sie dem Hörer sommerlich-leichten Folk-Pop mit dezenten Rockanleihen, der auf den Punkt produziert ist und auch bei den Balladen gut funktioniert („Don’t worry what the experts say“). Damit entfällt das Ritual der vergangenen Alben, die sich der Hörer allesamt mühsam schön hören musste. „Pearl“ geht dagegen auf Anhieb in Herz und Ohr und avanciert damit zur besten Arbeit Novas seit mehr als einem Jahrzehnt.

Anspieltipps:

  • Just kids
  • Rewild me
  • After all this time
  • The wounds we bled
  • Don’t worry what the experts say
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