Dead Kittens - I Am Not A Ghost - Cover
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Dead Kittens I Am Not A Ghost


  • Label: Noisolution/SOULFOOD
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Dead Kittens kabbeln sich handzahm mit Frank-Zappa-Wattebäuschen.

Punkrock muss krachen. Den Rest erledigen drei Akkorde und ein leicht mitzusingender Chorus. Aber gleichzeitig ist es natürlich cool, wie Frank Zappa dem eigenen Genre, nein, dem Genre-Begriff selbst den Finger zu zeigen. Mit einer solch luftigen Attitüde sind die Dead Kittens anscheinend ans Werk gegangen, als sie den knackigen 40-Minuten-Longplayer „I Am Not A Ghost“ ersonnen haben, auf dem sich das internationale Projekt aus Berlin erneut die Ehre gibt.

Das Album beginnt mit „When Will The Sun Die“ relativ opulent, bis das Lied sich nach einer Minute in eine Endlosschleife wirft, aus der die Band bis zum Abschluss nicht mehr entkommt. Textzeilen - so clever sie auch sein mögen - wiederholen sich noch häufiger als Riffs, wenn hektisch vorgetragene Spoken-Word-Parts wie in „A Subtle Form Of Torture“ kurz Abwechslung vortäuschen. Im Zentrum geht es dabei um hart vorgetragene Refrains, die sich auch mal nur aufs Gefühl reduzieren lassen und Inhalte klein halten. So lässt sich in „All My Senses Are Gone“ und „I’ll Change My Mind“ eine Band erkennen, die durchaus intelligent zugängliche Elemente und den eigenen Wahnsinn verbindet. Da wird nicht wie in „Plastic Bombs“ bis zum Erbrechen an einer stark vereinfachten Botschaft geknabbert, bis jegliches Interesse verschwunden ist.

Lieder der Marke „Plastic Bombs“ und „Sick“ geben sich darüber hinaus alle Mühe, psychedelisch und provokant zu klingen. In den Gehörgängen stellen sie sich als sperrig heraus. Die Melodien verweigern sich dem Gehirn und die Texte sind unnötig clever geschrieben und verwirren Hörer eher, als dass sie sie herausfordern. Das Ärgerliche an „I Am Not A Ghost“ ist aber, dass sich der Hörer dazu hinreißen lassen muss, seine Ohren mit unverständlichem Wortschwall und plakativem Gebrüll verstopfen zu lassen, anstatt Fragen und Antworten zu entdecken. Das macht keinen Spaß, klingt nach Aktionismus und lässt dennGedanken zu, dass hier mehr drin gewesen wäre.

Anspieltipps:

  • All My Senses Are Gone
  • I’ll Change My Mind
  • I Am Not A Ghost

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