Palace - Life After - Cover
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Palace Life After


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Palace stehen mit „Life After“ kurz vorm Durchbruch, der sich trotz der fehlenden Spitze bereits hören, schmecken und fühlen lässt.

Der komplette Körper spürt es. Die Spatzen singen es noch vor Sonnenaufgang aufgeregt aus den Bäumen. Mit dem Anlauf namens „Life After“ hauen Palace das Album raus, das ihnen eine größere Bühne verschaffen könnte. Da klingt viel vielleicht, wahrscheinlich, viel Konjunktiv mit, aber der Glaube ist da. Mit „Life After“ ist Palace eines dieser Alben gelungen, das nahezu alles richtig macht, jedoch diesen einen Song vermissen lässt. Viele ambitionierte Werke und Musikprojekte sind schon eingeschlafen, weil die Masse keinen Weg zur Qualität gefunden hat. Mit ein wenig Glück schafft es eines der elf starken Stücke in eine Heavy-Rotation, eine Serie oder, warum nicht glauben, Qualität setzt sich einfach mal durch.

Zwischen Indie, Progressive und Art wissen Palace mit einer Geschmeidigkeit zu gefallen, die wohlig klingt. In seiner Essenz ist „Life After“ ein schwerelos verträumtes Album. Nie schneller als Mid-Tempo, dafür mit punktgenauen Drums, die als Schnüre für die schwebenden Gitarren fungieren und diese Erden. Zentral für die Leistung des Albums ist „Martyr“, das den Übergang zwischen allen Gangarten gekonnt präsentiert und damit bündelt, was das Palace-Album stark macht. Die Band beherrscht ihren Ansatz blind und klingt bei aller Intensität nicht angestrengt. Eventuell würde etwas Anstrengung den Liedern mehr Wucht verleihen, doch gleichzeitig könnte das den harmonischen Fluss dieser Lieder stören.

Mit gutem Gewissen lässt sich „Life After“ auf Shuffle hören, ohne dass das Album aus den Fugen gerät. In „No Other“ verlieren sich Ohren wie in „Younger“. Palace fassen viel Gutes aus den letzten 40 Jahren Musikgeschichte an und klingen dabei wie eine Band, die ins Jetzt gehört. Die Frage wird dabei sein, ob die Hörer sie als solche Band erkennen, ohne dass die Band mit ihrem neuen Album Stadien füllt. Der innere Pessimist stellt sich darauf ein, dass „Life After“ zu den Geheimtipps des Jahres gehört, die mit dem neuen Jahr dann doch wieder jeder vergisst.

Anspieltipps:

  • Martyr
  • No Other
  • Berlin

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