Die Kerzen - True Love - Cover
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Die Kerzen True Love


  • Label: Staatsakt/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kerzen klauen eiskalt beim Spandau Ballet. Kein Wunder, dass die Band trotz einiger Schwächen gut ankommt.

Dass die Uhren in Mecklenburg-Vorpommern anders ticken, war bekannt. Dass eine der potenziell schnulzigsten Bands der letzten zehn Jahre aus den Ostsee-Gefilden kommt, war dagen nicht zu erwarten. Mit altmodischem Dream-Pop wie zu Zeiten von Bands Spandau Ballet und möglichst oberflächlich romantischen Texten beschwört das Quartett eins zu eins den Geist der 80er. Und wie die 80er gefühlt alle fünf Jahre wieder in Mode kommen, versuchen auch die Kerzen auf einer Retro-Welle zu reiten.

Rein vom Klang her ist der Band zu lassen, dass die Kerzen ihren Plastik-Pop konsequent durchziehen und sich nach drei Songs niemand mehr über altbackene Synthesizer und Effekte wundert. Wie schnell und effizient sich die Kerzen einen Stil zu eigen machen, der seit Jahrzehnten nicht mehr en vogue ist, ist die größte Leistung auf „True Love“. Was dem Album fehlt, sind Botschaften, Hintersinn und die großen Hits. „True Love“ tönt gefällig aus den Boxen, aber nach 35 Minuten bleibt kein Lied hängen. Die Lieder drehen sich zu sehr um seichte Gedankenspiele wie die Exotik fremder Orte („Saigon“) und unbestimmte Schönheitsideale („Blue Jeans“).

Würden sie wie Bilderbuch diese Oberflächlichkeit als verzerrte Stereotypen präsentieren, wäre vielleicht mehr drin. Die Kerzen klingen allerdings harmlos authentisch, als würden sie ihre Texte genauso meinen, wie sie sie singen. Und dann sind die nichtssagenden Stücke um „Al Pacino“, „Karamba“ und „Desole“ nicht mehr als verblasste Schablonen jener Songs, die beispielsweise Spandau Ballett groß gemacht haben. Entweder hätten sich die Kerzen aufblähen oder Masken aufsetzen sollen. Auf „True Love“ klingen sie wie die brave Coverband, der man der Mühe wegen applaudiert.

Anspieltipps:

  • In Der Nacht Hast Du Geweint
  • Desole
  • Al Pacino

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