Iggy Pop - Zombie Birdhouse (Re-Release) - Cover
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Iggy Pop Zombie Birdhouse (Re-Release)


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
3.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das sechste Soloalbum von Iggy Pop aus dem Jahr 1982 wurde wiederveröffentlicht. Warum eigentlich?

Herzlich willkommen im Sommerloch! In der Ferienzeit werden die kommerziell relevanten Veröffentlichungen in Richtung Nullpunkt heruntergefahren, weil die Erfahrung zeigt, dass in den Sommerferien niemand den Kopf und die Lust dazu hat, neue Musik zu kaufen und sich damit auseinanderzusetzen. Kleine Ausnahmen bestätigen freilich die Regel. Und weil die Plattenfirmen gar nicht daran denken, ihrem Betrieb für ein paar Wochen einfach einzustellen, werfen sie auch in den heißen Monaten des Jahres Material auf den Markt. Irgendjemand wird den Kram schon kaufen.

Zum Beispiel ein paar Alt-Punks, die sich eventuell darüber freuen, dass das sechste Solo-Studioalbum von Iggy Pop (72) namens „Zombie Birdhouse“ wiederveröffentlicht wird. Aber warum eigentlich? Ein Jubiläum feiert es in diesem Jahr nicht. Und auch sonst ist „Zombie Birdhouse“ kein Iggy-Pop-Album, das als Referenz gilt. Vielleicht wollte sich die Plattenfirma einfach nur an den Filmstart des Jim-Jarmusch-Streifens „The Dead Don’t Lie“ dranhängen. In dieser Horrorkomödie ist Iggy Pop nämlich als Zombie zu sehen. Wer Böses dabei denkt, könnte vermuten, dass Iggy für seine Rolle gar nicht erst in die Maske musste. Schließlich ist der zerknautschte Amerikaner auch so ein optisches Unikat.

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„Zombie Birdhouse“ erschien ursprünglich im September 1982 mit 12 Songs, die in New York Ciry aufgenommen und von Blondie-Mitbegründer Chris Stein (69) produziert. Dieser brachte es auch auf seinem kurzlebigen Indie-Label Animal Records auf den Markt. Beteiligte Musiker waren neben Iggy Pop (Gesang) die Herren Rob Duprey (Gitarre, Keyboars), Clem Burke (Drums) und Chris Stein (Bass). Wissen sollte man noch, dass „Zombie Birdhouse“ im Laufe der Jahre mehrfach in remasterten, aber nicht unbedingt offiziellen Neuauflagen wiederveröffentlicht wurde. Doch nun gibt es einen offiziellen, von Paschal Byrne technisch auf Vordermann gebrachten Rundumschlag auf CD, Vinyl und digital.

„Zombie Birdhouse“ erscheint ohne großes Verpackungstamtam (von wegen Box-Set oder so…) und kann als Bonus lediglich eine bis dato unveröffentlichte Version des Songs „Pain and suffering“ als Duett mit Debbie Harry vorweisen. Auf diese Weise erhält der geneigte Hörer quasi ein naturbelassenes Werk, auf dem Iggy Pop und Chris Stein stilistisch zwischen Punkrock, New Wave, Afrobeats und Electro-Pop kreisen, wobei Herr Osterberg stimmlich zwischen David Bowie („Angry hills“) und dem gepflegten Verfehlen der Noten changiert („Ordinary bummer“, „Platonic“) und es dem Hörer damit nicht leicht macht.

Auf einen grünen Zweig kommt das Album so leider nie. Doch wer deshalb geneigt ist, „Zombie Birdhouse“ in Anbetracht der durchwachsenen Performance kritiklos als Kultalbum durchzuwinken, sollte hinterfragen, warum das Werk als das verlorene Iggy-Pop-Album gilt, nachdem seit Jahrzehnten kein Hahn gekräht hat. Kleine Hilfestellung: Hört euch das durchgeknallte, zweitklassige Zeug einfach an!

Anspieltipps:

  • Bulldozer
  • Angy hills
  • The horse song
  • Pain and suffering
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