Chrissie Hynde - Valve Bone Woe - Cover
Große Ansicht

Chrissie Hynde Valve Bone Woe


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 67 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Pretenders-Frontfrau Chrissie Hynde sagt dem Rock leise Servus und versucht sich technisch gekonnt am Jazz, auch wenn ihr Herz noch nicht ganz da ist.

Chrissie Hynde hat für ihren Jazz-Tribut „Valve Bone Boe“ an alles gedacht. Das Album verfügt über exzellente Vorbilder, die die Musikerin teils stilecht, teils zum Jazz umgewandelt hat. Die Produktion klingt sauber und Hyndes Stimme voll. Statt einem Album für die Ewigkeit ist der Hintergrund-Soundtrack des Jahres herausgekommen und auch eine detaillierte Fehleranalyse kann daran nichts ändern. Die Gründe für die Unscheinbarkeit eines im Prinzip wunderschönen Albums liegen augenscheinlich im weichen Kern des Albums.

Wie Hynde Hörer in „I’m A Fool To Want You“ und dem anschließenden „I Get Along Without You Very Well (Except Sometimes)“ Hörer davon überzeugt, dass sie eine Jazz-Chansonette sein kann, ist eine beachtliche Leistung. Doch auch wenn sich ihr Gesang flüssig und authentisch aus den Boxen quillt, fehlt das große Herz. Hinter ihren Worten vermissen Hörer den Schmerz und die Inbrunst. Die aus Narben und purer Lebensfreude geborenen Emotionen gehen diesem verdächtig makellosen Album ab. Schnell stellt sich heraus, dass „Valve Bone Boe“ eine gut gemeinte Kopie ist, der die Seele abgeht.

Wahrscheinlich ist es gerade die technische Perfektion, die das Ausbleiben des Lebens hinter den musikalischen Augen offensichtlicher macht. Chrissie Hynde und ihre Musiker beherrschen das Spiel und die Regeln, aber ihnen dabei zu lauschen entfacht keine Begeisterung. Das Album verkommt zu Hintergrundmusik, die sich noch so aufspielen kann. Hinter einer unsichtbaren Wand kommen die glasklar gespielten Klänge im Herzen nur dumpf, wenn auch nicht unangenehm an.

Anspieltipps:

  • I’m A Fool To Want You
  • Once I Loved
  • River Man

Neue Kritiken im Genre „Pop“
5/10

Cause And Effect
  • 2019    
Diskutiere über „Chrissie Hynde“
comments powered by Disqus