Rhye - Spirit  - Cover
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Rhye Spirit


  • Label: Because Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 28 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

Rhye haben die Frau verstanden, das essenzielle Blut in unseren Adern, aber am „Spirit“ tut sich das Duo schwerer.

Rhye haben sich, Kritikern und vielleicht auch Fans mit „Spirit“ wahrlich keinen Gefallen getan. Das zügig nach dem umwerfenden „Blood“ erscheinende Werk wird den unliebsamen Titel des Überschuss-Albums tragen. Mit 28 Minuten und acht Stücken, von denen drei mehr als Interluden zu verstehen sind, lassen sich Rhye nicht genug Zeit, um neue Soundlandschaften zu entdecken. Dafür schneidet das Duo zudem zu viele „Blood“-Ideen an, die sich dann aber wieder einem neuen Geist unterwerfen möchten. Dieser Versuche endet in zu wenig Dynamik und viel verschenktem Potenzial.

Die Höhepunkte auf „Spirit“ sind Lieder, die gar nicht auf eigenen Füßen stehen sollten. Die knapp gehaltenen „Dark“ und „Malibu Nights“ sind brillante Fingerübungen in Sachen Atmosphäre. Beide Songs offenbaren Rhye abermals als Virtuosen, die ihren eigenen Klang gefunden haben und sich in ihrem Klangkosmos auf blindes Verständnis verlassen zu können scheinen. Leider werden diese kunstvollen Ansätze nicht fortgeführt. Bei „Needed“ gibt sich die Band noch Mühe, einen fließenden Übergang zu suggerieren, auch wenn die Stimmungen der Tracks sich nicht ergänzen können. „Patience“ drückt dem unheimlichen „Malibu Nights“ dagegen aktiv die Luft ab und raubt dem Album eine Kraft, deren Grenzen sich kaum schätzen lassen.

Der aus falschen Gründen herzzerreißende Höhepunkt des Albums ist „Wicked Dreams“, das sich ein wenig von der etwas monotonen Ruhe der vorangehenden „Needed“ und „Patience“ abhebt und vom Ideenreichtum der eigenen Arrangements inspiriere lässt. Statt wie in „Dark“ und „Needed“ auf elegante und unterschwellige Weise Rhythmen zu erzeugen, ruhen sich Rhye aber ausgerechnet hier auf Standard-Drums aus. Fast scheint es so, als ob ein Lied nicht wüsste, was das andere ausmacht und wie die Lieder sich die Hände reichen können. Bei allem Feinsinn und im Grunde gut erdachten Stimmungen scheinen die Songs auf „Spirit“ wie kleine Flammen, die sich gegenseitig dem Sauerstoff berauben.

Anspieltipps:

  • Malibu Nights
  • Dark
  • Wicked Dreams

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