Volbeat - Rewind, Replay, Rebound - Cover
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Volbeat Rewind, Replay, Rebound


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bop bopa-a-lu a whop bam boo! Der Elvis-Metal aus Dänemark geht in die siebte Runde - und klingt erstmalig richtig fad und abgestanden.

Die Volbeat-Maschinerie läuft weiter wie am Schnürchen. Gerade erst vor acht Monaten wurde der Live-Longplayer „Let´s Boogie! Live From Telia Parken“ (12/2018) erfolgreich im Weihnachtsgeschäft platziert (Platz vier in den deutschen Album-Charts), da liegt auch schon das neue Studioalbum „Rewind, Replay, Rebound“ als Nachfolger des Nummer-1-Albums „Seal The Deal & Let´s Boogie“ (06/2016) vor, das sich bis heute 55 Wochen (!) in den Charts halten konnte. Diese lange Verweildauer in der Hitparade ist heutzutage sehr ungewöhnlich, für Volbeat aber typisch und spricht für die kommerzielle Nachhaltigkeit der dänischen Hit-Maschine.

Inzwischen haben sich Michael Poulsen (Gesang, Gitarre), Rob Caggiano (Gitarre), Kasper Boye Larsen (Bass) und Jon Larsen (Drums) einen Status erarbeitet, der es ihnen gestattet, ohne Kompromisse nur noch das zu machen, was sie wollen. Dennoch ist das Quartett um Mastermind Poulsen so schlau, ihr Erfolgsrezept von Album zu Album nur gering zu justieren, sodass der Hörer vorher immer weiß, was er bekommt. So bietet auch das siebte Studiowerk, das wieder von Stammproduzent Jacob Hansen (u.a. Destruction, The New Black, Amaranthe, Kobra And The Lotus, Communic) betreut wurde, den klassischen „Elvis-Metal“, den sich Volbeat zum Markenzeichen gemacht haben.

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Auf diese Weise eröffnen Volbeat den Ohrwurm-Reigen mit dem Mainstream-Radio-tauglichen „Last day under the sun“, das ohne viel Produktionsschnickschnack und mit einfachen Strukturen daherkommt. Deutlich wilder und rockiger geht es dagegen im folgenden „Pelvis on fire“ zu, das den Trademark-Sound der Dänen augenzwinkernd aufs Korn nimmt. Ihre schmalzige Seite zeigen Volbeat in „Rewind the exit“, das trotz E-Gitarren gnadenlos poppig ist und damit schonungslos offenlegt, weshalb nicht jeder Hartwurst-Fan mit dem Volbeat-Sound etwas anfangen kann. Ähnlich verhält es sich mit „Die to live“, das trotz Gast-Vocals von Neil Fallon (Clutch) und Uptempo-Boogie im Prinzip nur die x-te Mini-Variation im Volbeat-Kosmos darstellt.

So wundert es nicht, dass die offenbar für große Stadien konzipierte Hymne „When we were kids“ trotz eines Mega-Refrains nicht so richtig zünden mag. Und damit sind wir auch beim Problem dieses Albums: Zum ersten Mal stellt sich beim Hörer so etwas wie Sättigung ein, weil Volbets Mischung aus Metal, Rock’n’Roll und ganz viel Pop diesmal zu sehr nach Reißbrett klingt und im Laufe der Spielzeit echte Belanglosigkeiten wie „Cloud 9“ oder auch „Parasite“ hervorbringt. Damit kippt die Stimmung nach gerade einmal halber Albumlänge in pure Enttäuschung, die auch im zweiten Teil nicht mehr ausgemerzt werden kann. Dazu sind Schlagermelodien wie „Maybe I believe“ und völlig platte Singleauskopplungen wie „Leviathan“ einfach zu viel des Guten, um heuer auch nur irgendetwas retten zu können. Man könnte gar behaupten, dass „Rewind, Replay, Rebound“ mit echter Rockmusik nichts mehr zu tun hat.

Anspieltipps:

  • 7:24
  • Cheapside sloggers
  • When we were kids
  • The awakening of Bonnie Parker
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