The Harmaleighs - She Won´t Make Sense - Cover
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The Harmaleighs She Won´t Make Sense


  • Label: Nettwerk Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„She Won’t Make Any Sense“ reiht sich bei den prophetisch betitelten Alben ein, wenn eine vielversprechende Band ihr Potenzial geradezu gewaltsam das eigene Potenzial unter den Scheffel stellt.

Wenn die verlorene Generation sich verzweifelt nach einem eigenen Klang umhört, fällt der Blick wie so oft in die USA. Auch wenn den Bewegungen in den Vereinigten Staaten von Amerika unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich Trends in Übersee chronologisch leichter abtrennen lassen. Während in Süd- und Osteuropa weiter Eurodance regiert und Frankreich so tut, als ob es den Rest der Welt nicht gibt, finden die USA klarer zu sich.

The Harmaleighs sind eine der vielen Indie-Pop-Bands, die nach außen an Rock erinnern. Mit Gitarre und Schlagzeug bewaffnet ist das Duo stets auf der Suche nach weichen Melodien. Mit „Sorry I’m Busy“ legen die Harmaleighs-Damen mit der Single los, die diesen Ausdruck auch verdient. Mit wechselnden Stimmungen und ein paar flotten Riffs bastelt die Band einen Bilderbuch-Rocksong, auf den sich noch viel aufbauen lässt. Wenn „When I Was A Kid“ der Energie der Single nicht ganz gerecht wird, lässt sich die Power der Damen weiterhin erahnen, weswegen das Lied des Kontexts wegen mehr Tempo aufnehmen kann.

Leider verlieren sich The Harmaleighs lieber in gesäuselten Stücken, wie dem Opener „Anthem For The Weak“. Und auch wenn gejauchzte Stücke wie „Mannequin“ und „I Don’t Know Myself“ einen gewissen Charme vorweisen können, verlieren sie ihre Wirkung wie eine zu schwache, warme Brise im Sommer. Bei „Don’t Panic“ muss die Band sich gar den Vorwurf gefallen lassen, dass der Stil und Effekte wichtiger als die Musik sind. Mit stark verzerrtem Gesang macht der Track sich unglaubwürdig 30 Jahre älter, als würde er von einer alten Kassette abgespielt.

An der reinen Balladen-Front tun sich The Harmaleighs durchgehend schwer. Das ist ein Problem, das sich durch das komplette Album zieht. Das Problem ist dabei hausgemacht, da das Duo sich größer angelegten Songs leichter tut. „Dim The Light“ ist geradezu ein Schlag ins eigene Gesicht, wenn die Band sich selbst eine Dynamik vor Augen führt, die sie nach „Sorry I’m Busy“ vermissen lässt. Wie The Harmaleighs hier ihre Musik, aber auch ihren Gesang vielseitig und gekonnt einsetzen lässt eine Band erahnen, die mehr als gehauchte Wohnzimmermusik schreiben kann. Dass sie das trotzdem tut, wurmt ungemein.

Anspieltipps:

  • Dim The Light
  • Sorry I’m Busy
  • When I Was A Kid

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